Einen Monat nach Bekanntwerden der Sexismusvorwürfe der Berliner CDU-Politikerin Jenna Behrends will sich der scheidende Parteivorsitzende und Innensenator Frank Henkel offenbar entschuldigen. Wie der Tagesspiegel berichtet, sagte Henkel bei der Gründung der CDU-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung Berlin-Mitte nach Angaben von Teilnehmern, er habe die Anrede "große süße Maus" nicht belästigend, sondern nett gemeint. Da das allerdings anders verstanden worden sei, wolle er sich dafür entschuldigen. Zugleich bestritt er, die in einem offenen Brief von Behrends zitierte Frageformulierung gegenüber einem Parteifreund verwendet zu haben. Das sei nicht sein Sprachgebrauch.

Behrends hatte Henkel in ihrem Brief vorgeworfen, sie zum einen mit "große süße Maus" angesprochen und zum anderen einen Parteifreund gefragt zu haben: "Fickst du die?"

Nach Angaben des Tagesspiegels hat es in der Fraktion nach Henkels Ankündigung eine sachliche und konstruktive Diskussion gegeben. Die Sexismusvorwürfe von Behrends hatten eine bundesweite Diskussion über den Umgang mit Frauen in politischen Parteien, insbesondere der CDU, ausgelöst

Henkel hatte nach der Niederlage der CDU bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus im September seinen Rückzug vom Parteivorsitz angekündigt – vor einer Woche kündigte er an, das werde nicht erst im Frühjahr, sondern bereits Anfang Dezember geschehen. Henkel stand seit 2008 an der Spitze der Berliner CDU. Er werde auch nicht als stellvertretender Parlamentspräsident kandidieren, meldet die Zeitung.