Der unter Terrorverdacht in Leipzig festgenommene Syrer Jaber al-Bakr soll sich in der Türkei aufgehalten haben, bevor er mit den Planungen für einen Bombenanschlag in Deutschland begann. Der 22-Jährige habe Deutschland im Frühjahr bis zum Spätsommer verlassen, berichtet die Welt unter Berufung auf Ermittlerkreise. Daher werde nun geprüft, ob Al-Bakr von der Türkei aus nach Syrien reiste und sich dort in einem Ausbildungslager islamistischer Terroristen schulen ließ.

Die Angaben bestätigten syrische Bekannte von Al-Bakr Spiegel TV. Aus Sicherheitskreisen hieß es, Al-Bakrs Handy habe sich im Sommer in das türkische Mobilfunknetz eingewählt.

Den Informationen zufolge kehrte Al-Bakr erst Ende August nach Deutschland zurück und suchte dann nach einer neuen Wohnung in Sachsen. Zuletzt war der Syrer im nordsächsischen Eilenburg gemeldet. Aus der Wohnung dort war er aber nach Angaben von Nachbarn schon vor rund einem Jahr ausgezogen.

Flüchtlinge wurden misstrauisch

Nach seiner Rückkehr aus der Türkei soll Al-Bakr andere Asylbewerber um Hilfe gebeten haben, die allerdings misstrauisch geworden seien, berichtet Spiegel TV. Ein Flüchtling habe Al-Bakr der Ausländerbehörde gemeldet, weil er ihn zehn Monate nicht gesehen hatte. Al-Bakr habe zudem über auffällig viel Bargeld in US-Dollar verfügt. Kontakt zu anderen Flüchtlingen habe er kaum gehabt, er habe immer für sich allein wohnen wollen.

Al-Bakr war in der Nacht zum Montag in Leipzig von zwei syrischen Flüchtlingen gefasst worden. Zuvor war er der Polizei in Chemnitz knapp entgangen. In der Wohnung, in der sich Al-Bakr in Chemnitz aufgehalten hatte, waren 1,5 Kilogramm Sprengstoff und Materialien zur Herstellung von Rohrbomben und einer Sprengstoffweste gefunden worden.

Der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, hatte der ARD gesagt, es habe nachrichtendienstliche Hinweise gegeben, dass Al-Bakr zunächst Züge in Deutschland angreifen wollte. Zuletzt habe sich dies "mit Blick auf Flughäfen konkretisiert". Ein konkretes Ziel hatte Al-Bakr laut Bundesanwaltschaft aber nicht. "Erkenntnisse dafür, dass der überaus professionell agierende Beschuldigte Jaber A. bereits ein konkretes Ziel für seinen Sprengstoffanschlag ins Auge gefasst hat, liegen derzeit nicht vor", teilte die Behörde mit.