Nach Morddrohungen aus Neonazi-Kreisen wird der österreichische Präsidentschaftskandidat Alexander Van der Bellen künftig von einer Spezialeinheit der Polizei bewacht. Bis zu drei bewaffnete Männer schützen den ehemaligen Chef der Grünen ab sofort bei allen Wegen außerhalb seiner Wohnung, teilte Van der Bellens Sprecher mit. Der Wahlkampf solle aber unverändert weitergehen.

Ein Mann hatte via Kurznachrichtendienst Twitter gedroht, Van der Bellen erschießen zu wollen. Ein Foto zeigt ihn mit einem Hakenkreuz-Tattoo auf der Brust. Unter dem Profil sind noch zahlreiche weitere rechtsradikale Einträge zu sehen. Außerdem gab es eine zweite Drohung: Eine Bildmontage zeigt Van der Bellen mit zahlreichen Messern im Körper. Die Anfeindungen auf rechtsextremen Seiten sind nach Angaben von Van der Bellens Wahlkampfteam zuletzt immer massiver geäußert worden.

Die Wiederholung der Stichwahl zum österreichischen Bundespräsidenten soll am 4. Dezember stattfinden. Van der Bellen tritt gegen den Kandidaten der rechtspopulistischen FPÖ, Norbert Hofer, an. Im Mai hatte Van der Bellen knapp gewonnen, das Ergebnis der Wahl war aber wegen zahlreicher Formfehler aufgehoben worden. Der Termin der Wiederholungswahl musste wegen Problemen bei den Wahlkarten nochmals verschoben werden.