Für Freitagabend mobilisieren mehrere rechtsextreme Gruppierungen ihre Sympathisanten, nach Bautzen zu kommen. Sie haben eine Kundgebung mit 300 Teilnehmern auf dem Kornmarkt angemeldet. Linke Aktivisten der Antifa haben Protest angekündigt und ebenfalls eine Demonstration anmeldet, ebenfalls am Kornmarkt, mit 100 Teilnehmern. Auf diesem Platz, von den Bautzenern "Platte" genannt, war es Mitte September zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Rechtsextremen und Flüchtlingen gekommen

Organisiert wird die Kundgebung von der rechtsextremen Gruppe Die Sachsen Demonstrationen. Gemeinsam mit der Nationalen Front Bautzen hat sie weit über Sachsen hinaus Anhänger aufgerufen, in die Oberlausitzer Stadt zu kommen. Die beiden Gruppen haben auf Facebook zusammen 10.000 Likes, die Veranstaltung wird vor allem über das Netzwerk beworben. Angekündigt sind Auftritte von Musikern und Rednern aus dem rechtsradikalen Milieu.

Der Oberbürgermeister der Stadt, Alexander Ahrens, äußerte sich resigniert. Er finde es unerträglich, dass seine Stadt als Spielwiese für unsägliche Parolen auf "Stellvertreterdemonstrationen" herhalten müsse, schrieb der parteilose Kommunalpolitiker in einer Stellungnahme. Ahrens fordert in dem Schreiben, "dass die Bautzener geschlossen zeigen, dass sie sich ihre Stadt und ihre Plätze nicht wegnehmen lassen" – zugleich weigert er sich jedoch, Gegendemonstrationen oder Lichterketten zu unterstützen, diese seien "kein brauchbares Mittel mehr".  

Das sehen manche Bautzener anders. Für Samstagnachmittag lädt das Bündnis "Bautzen bleibt bunt" zu einem Bürgerfest auf dem Kornmarkt ein, das Motto: "Augen auf! – Solidarität statt Rassismus und Gewalt". Für die Veranstaltung am Nachmittag erwarten die Veranstalter bis zu 500 Teilnehmer.

Über die Demonstrationen am Freitagabend sagt die Polizei, sie sei vorbereitet, "die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten". Es werden auch Polizisten anderer Dienststellen zur Unterstützung vor Ort sein, aus taktischen Gründen gibt die Behörde aber keine genau Zahl der Beamten an.