Als der 22-jährige Syrer Jaber al-Bakr in der Nacht zum Sonntag in Leipzig festgenommen wurde, war er den deutschen Behörden kein Unbekannter mehr. Als anerkannter Flüchtling war er seit seiner Ankunft in Deutschland im Februar 2015 vielfach mit ihnen in Kontakt gekommen, registriert und wohl auch überprüft worden. Dass er in einer Wohnung in Chemnitz versuchte, einen hochexplosiven Sprengstoff herzustellen, diesen Verdacht hatte der Verfassungsschutz dennoch erst seit wenigen Wochen – dank des Hinweises eines ausländischen Geheimdienstes.

Genau wie die Fälle von Würzburg oder Ansbach stellt auch Al-Bakr die deutsche Politik vor die Frage: Was kann getan werden, um Flüchtlinge früher aufzuspüren, die entweder schon mit terroristischen Absichten kommen oder sich in Deutschland radikalisieren? Gibt es Sicherheitslücken, oder muss man einfach der Tatsache ins Auge sehen, dass es keine absolute Sicherheit geben kann? Ein Überblick über die wichtigsten Fragen

Wie werden Flüchtlinge bisher überprüft?

Schon heute ist mit jedem Asylverfahren eine umfangreiche Sicherheitsüberprüfung verbunden. Das Bundesinnenministerium verweist darauf, dass sowohl die Bundespolizei als auch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) Flüchtlinge erkennungsdienstlich behandeln.

Das heißt: Asylbewerber werden fotografiert und müssen ihre Fingerabdrücke abgeben. Falls vorhanden, prüfen die Behörden die Ausweispapiere auf ihre Echtheit. Die Daten werden dann mit Datenbanken des Bundeskriminalamts abgeglichen. Bislang allerdings informierte das Bamf lediglich die zuständigen Ausländerbehörden der Länder, wenn ein Asylbewerber einen gefälschten Pass vorlegte. Künftig will das Amt nach eigenen Angaben auch Anzeige bei der Polizei erstatten.

"Wer in einem Fahndungssystem registriert ist, fällt beim Asylantrag auf", sagt Thomas Oberhäuser, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Ausländer- und Asylrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV).

Wie erfolgreich eine Überprüfung ist, hängt aber letztlich von der Qualität der Datenbanken der Sicherheitsbehörden ab.