Die Vorsitzende der Linkspartei, Katja Kipping, hat sich gegen Außenminister Frank-Walter Steinmeier als Bundespräsidenten ausgesprochen. Der Berliner Zeitung sagte Kipping: "Steinmeier ist nicht unser Kandidat – nicht nur, weil er Architekt der Agenda 2010 ist, sondern auch, weil er tief verwoben ist mit Schwarz-Rot und für sämtliche Kriegsbeteiligungen steht."

Kipping kritisierte, dass SPD-Chef Sigmar Gabriel Steinmeier als Kandidaten ins Gespräch gebracht habe, ohne vorher Rücksprache zu halten. "Ein Aufbruch für ein Mitte-Links-Bündnis sieht einfach anders aus", sagte sie. "Ein Signal für den sozialen und demokratischen Aufbruch kann nicht so beginnen, dass eine Partei einfach in der Öffentlichkeit eine Ansage macht und alle dann mitzumachen haben."

Falls es bei SPD und Grünen doch noch eine Bereitschaft für einen gemeinsamen Kandidaten gebe, "dann sind wir dafür offen", sagte Kipping weiter. "Wenn das nicht der Fall sein sollte, dann sind wir gut vorbereitet und werden eine eigene Kandidatur einbringen, die ein klares Zeichen setzt gegen die soziale Spaltung in diesem Land."

Kippings Co-Vorsitzender Bernd Riexinger hatte Steinmeier bereits als "unwählbar" bezeichnet. Die Fraktionsvorsitzenden Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch äußerten sich allerdings zurückhaltender. Wie die Berliner Zeitung berichtet, sollen auch sie Steinmeier inzwischen klar ablehnen.