Die SPD hat sich gegen Pläne gestellt, das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung zu koppeln. "Eine Erhöhung des Renteneintrittsalters steht überhaupt nicht zur Diskussion", sagte SPD-Parlamentsgeschäftsführerin Christine Lambrecht.

Einen entsprechenden Vorschlag will die Union der SPD laut einem Bericht des Spiegel bei einem Spitzentreffen der Koalition am Dienstagabend unterbreiten. Demnach wurde er von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) bei einer Vorbesprechung der Unionsspitze vorgebracht. Dadurch würde das sogenannte Sicherungsniveau, welches das Verhältnis der Durchschnittsrente nach 45 Beitragsjahren zum Durchschnittsverdienst beschreibt, weniger stark sinken als bisher erwartet.

Denkbar ist dem Bericht zufolge, dass sich die Altersgrenze mit jedem gewonnenen Jahr Lebenserwartung automatisch um ein halbes Jahr erhöht. Die Idee soll auch vom CSU-Vorsitzenden Horst Seehofer mitgetragen werden.

Rentendebatte wegweisend für Bundestagswahlkampf

"Wir wollen keine starren Regelungen, dass Arbeitnehmer bis 70 Jahre arbeiten müssen", sagte Lambrecht dazu. "Die SPD will, dass Menschen gesund und körperlich fit das Renteneintrittsalter erreichen. Wir wollen gute Arbeitsbedingungen für ältere Beschäftigte und flexible Übergänge in die Rente ermöglichen."

Die derzeitige Altersgrenze von 65 Jahren und fünf Monaten wird bis 2029 auf 67 Jahre steigen. Zentraler Streitpunkt bei den Verhandlungen von Union und SPD ist das gesetzliche Rentenniveau, das derzeit bei knapp 48 Prozent des durchschnittlichen Nettolohnes liegt und in Zukunft weiter sinken wird.

Bislang ist lediglich festgeschrieben, dass das Sicherungsniveau bis 2030 nicht unter 43 Prozent sinken darf, darüber hinaus gibt es noch keine Regelung. Die Debatte darüber, wie hoch das Sicherungsniveau zukünftig sein soll, gilt als wichtig für den nächsten Bundestagswahlkampf 2017.