Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel ist der Ansicht, dass der Wahlsieg des Milliardärs Donald Trump in den USA und die dort voranschreitende Radikalisierung der Gesellschaft nicht mit Deutschland vergleichbar seien: Deutschland werde "nicht nach außen und nach innen gekennzeichnet durch eine wachsende Radikalisierung", sagte der SPD-Politiker auf dem Deutschen Arbeitgebertag.

In Deutschland hätten soziale Verantwortung und sozialer Ausgleich immer einen hohen Rang gehabt, und das sei eines der ganz großen deutschen Erfolgsgeheimnisse. Darauf könne Deutschland stolz sein. "Immer wieder schafft es Deutschland, diese Balance zu finden", sagte der Vizekanzler.

Dem Wahlerfolg Trumps, den die meisten in Deutschland und Europa mit etwas kritischen Augen sähen, sei eine Radikalisierung bei den Republikanern in den USA und in der gesamten Gesellschaft vorangegangen. Es sei "das Ergebnis einer Entwicklung und nicht etwa der Beginn", sagte Gabriel.

Unmittelbar nach dem Wahlsieg Donald Trumps in der vergangenen Woche hatte Gabriel noch gewarnt, Trump sei "Vorreiter einer neuen autoritären und chauvinistischen Internationalen". Sein Sieg sei auch eine Warnung. "Wir finden sie nicht nur mit Putin in Russland oder mit Erdoğan in der Türkei, sondern auch mitten in Europa, in Frankreich mit Le Pen, aber auch mit Sarkozy, in Polen mit Kaczyński, in den Niederlanden mit Wilders oder in Deutschland mit der AfD", sagte Gabriel vergangenen Mittwoch.

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