Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hält die juristische Aufarbeitung der Kölner Silvesternacht für unzureichend. "Es ist völlig unverständlich, dass nach einer so großen Anzahl an sexuellen Übergriffen so wenige Täter verurteilt worden sind", sagte de Maizière der Bild am Sonntag. "Das empfinde ich als Problem." Zuvor hatte der Minister bereits den Polizeieinsatz rund um den Kölner Hauptbahnhof kritisiert.

De Maizière forderte, dass die Justiz "in aller Härte" urteile. "Außerdem haben die Verfahren viel zu lange gedauert. Das führte zu dem unbefriedigenden Ergebnis, dass nur wenige Straftaten hart verfolgt und verurteilt wurden", fügte er hinzu.

Letztes Silvester hatten überwiegend aus Nordafrika stammende Täter im und am Kölner Hauptbahnhof massive sexuelle Übergriffe auf Frauen verübt und Diebstähle begangen. Die Polizei konnte den Großteil der Taten nicht unterbinden und den Opfern nicht helfen. Die Übergriffe lösten eine bundesweite Debatte über den Umgang mit straffälligen Flüchtlingen aus.