Neun Tage nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche hat die Polizei in Berlin einen Kontaktmann des mutmaßlichen Attentäters Anis Amri vorläufig festgenommen. Auch die Wohn- und Geschäftsräume des Verdächtigen wurden durchsucht, teilte die Bundesanwaltschaft mit.

Bei dem Verdächtigen handelt es sich um einen 40-jährigen Tunesier, dem die Ermittler nach der Auswertung von Amris Mobiltelefon auf die Spur gekommen waren. "Die weiteren Ermittlungen deuten darauf hin, dass er in den Anschlag eingebunden gewesen sein könnte", heißt es in einer Mitteilung der Bundesanwaltschaft.

Bei dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche waren zwölf Menschen getötet und mehr als 50 verletzt worden. Der 2015 nach Deutschland gekommene Tunesier Anis Amri ist nach Überzeugung der Ermittler der Mann, der mit einem gestohlenen Sattelzug in die Menge raste. Der 24-Jährige war am vergangenen Freitag bei einem Schusswechsel mit der italienischen Polizei nahe Mailand getötet worden. 

Amris Leiche befindet sich italienischen Ermittlern zufolge nach wie vor in der Gerichtsmedizin in Mailand, da die Obduktion noch nicht abgeschlossen ist. In Rom soll in den kommenden Tagen geklärt werden, ob Amri mit derselben Waffe auf die Polizisten in Mailand schoss, mit der auch der polnische Lastwagenfahrer bei dem Terroranschlag am Berliner Breitscheidplatz getötet wurde. Dafür soll eine Kopie des Projektils von Deutschland nach Italien geschickt worden sein.

Amri war 2011 als Flüchtling nach Italien gekommen. Er wurde wegen Brandstiftung zu einer Haftstrafe von vier Jahren verurteilt. Die Haft verbüßte er teilweise in Palermo. Spätestens dort soll er in Kontakt mit dem Salafismus gekommen sein.