Einer Umfrage zufolge sieht die Mehrheit der Deutschen zwischen dem Berliner Terroranschlag und der Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) keinen direkten Zusammenhang. In einer Forsa-Umfrage für das Magazin Stern machten nur 28 Prozent der Befragten die Flüchtlingspolitik mitverantwortlich für den Anschlag. 68 Prozent sahen hingegen keinen Zusammenhang.

Gut drei Viertel der Bundesbürger (76 Prozent) gehen allerdings davon aus, dass die Terrorgefahr und die Sicherheitslage in Deutschland im Bundestagswahlkampf eine wichtige Rolle spielen werden. Für die Umfrage wurden 1.003 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger befragt. 67 Prozent der Befragten rechnen damit, dass eine Debatte zum Thema Innere Sicherheit Kanzlerin Merkel im Wahlkampf eher schaden würde. 17 Prozent gehen davon aus, dass ihr eine solche Debatte eher nutzt.

Nach dem Terroranschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt legte die CDU/CSU im Stern-RTL-Wahltrend zwei Prozentpunkte auf 38 Prozent zu. Damit hätte die Union ihre Verluste aus dem Jahresverlauf wettgemacht und wieder ihren Höchstwert des Jahres vom Januar erreicht. Die AfD gewann einen Punkt auf zwölf Prozent hinzu.

Am 19. Dezember war ein Man mit einem gestohlenen Sattelzug in den Weihnachtsmarkt gerast. Dabei starben zwölf Menschen, 53 wurden teils lebensgefährlich verletzt. Ermittler gehen davon aus, dass es sich bei dem Täter um den 24-jährigen Anis Amri handelt, der am vergangenen Freitag in Mailand von italienischen Polizisten getötet wurde.

Mehrheit für stärkere Videoüberwachung

Nach dem Anschlag in Berlin und dem Tod des mutmaßlichen Attentäters befürwortet eine Mehrheit der Deutschen eine verstärkte Videoüberwachung im öffentlichen Raum. Auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) forderte den Berliner Senat in der Bild am Sonntag dazu auf, seine Haltung zur Videoüberwachung dringend zu überdenken. Der rot-rot-grüne Senat hatte jedoch angekündigt, die Videoüberwachung nicht ausweiten zu wollen.