Auf dem Parteitag der CDU wurde Bundeskanzlerin Angela Merkel mit 89,5 Prozent als Parteichefin im Amt bestätigt. Ein schlechterer Wert für Merkel als in den Jahren zuvor. Bei den Wählern hingegen steigt die Gunst der CDU, laut Forsa würden 37 Prozent der Befragten der CDU ihre Stimme geben. Das ist ein Zugewinn von einem Prozent.

Der Koalitionspartner SPD verlor hingegen einen Punkt und kommt noch auf 21 Prozent. Auch die Oppositionsparteien Grüne und Linke verloren jeweils einen Punkt – die Grünen kommen auf zehn, die Linke auf neun Prozent.

Nur die AfD kann wie die CDU an Zustimmung gewinnen. Die rechtspopulistische Partei liegt laut Forsa bei elf Prozent. Die FDP bleibt konstant bei sechs Prozent und hat damit zum jetzigen Zeitpunkt die Chance für einen Wiedereinzug in den Bundestag.

In einer weiteren Umfrage untersuchte Forsa im Auftrag des Stern, wie die Deutschen nach dem CDU-Parteitag das Verhältnis der Partei zu ihrer wiedergewählten Vorsitzenden Angela Merkel bewerten. Eine Mehrheit von 59 Prozent hat demnach den Eindruck, dass es zwischen der CDU und der Kanzlerin grundlegende politische Differenzen gibt. Dieser Auffassung sind auch 47 Prozent der CDU- und 59 Prozent der CSU-Anhänger. Nur 29 Prozent aller Befragten denken, dass Merkel und ihre Partei in den Grundfragen der Politik noch übereinstimmen - darunter 42 Prozent der eigenen Anhänger. Der These, die CDU sei mit ihren Parteitagsbeschlüssen nach rechts gerückt, teilt nur ein Drittel der Befragten.

In Essen hatten die CDU-Delegierten beschlossen, die Asylpolitik zu verschärfen, die Vollverschleierung muslimischer Frauen im öffentlichen Raum zu verbieten und die Möglichkeit einer doppelten Staatsbürgerschaft für in Deutschland geborene Kinder ausländischer Eltern wieder abzuschaffen. Merkel hatte sich auf dem Parteitag gegen die Abschaffung des Doppelpasses ausgesprochen. 53 Prozent der Bundesbürger  folgen ihr in dieser Einschätzung – darunter 52 Prozent der CDU-Anhänger. 38 Prozent hingegen fordern, dass sich in Deutschland geborene Zuwanderungskinder bis zum 21. Lebensjahr für eine Staatsbürgerschaft entscheiden müssen.