Die Umsetzung der Frauenquote kommt nach Ansicht von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) gut voran. Den Zeitungen der Funke Mediengruppe sagte sie, die Quote wirke. "Wir haben mehr Frauen in Führungspositionen", so Schwesig. Laut einem den Zeitungen vorliegenden Bericht der Bundesregierung stieg der Frauenanteil in Aufsichtsräten der zur Quote verpflichteten Unternehmen in diesem Jahr um vier Prozentpunkte, von 23,3 auf 27,5 Prozent.

Im Mai 2015 war das Gesetz für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in Führungspositionen in Kraft getreten. Seit Januar müssen rund 150 große Unternehmen bei Neubesetzungen im Aufsichtsrat einen Frauenanteil von 30 Prozent erreichen. Wird diese Quote nicht eingehalten, bleiben die Stühle unbesetzt. Die Quote gilt für börsennotierte Unternehmen, bei denen der Aufsichtsrat jeweils zur Hälfte mit Vertretern von Anteilseignern und Arbeitnehmern besetzt ist.

Das Gesetz zur Frauenquote habe dazu geführt, dass neue Posten in Aufsichtsräten durchgehend mit Frauen nachbesetzt würden, wenn noch keine 30 Prozent erfüllt wären, so Schwesig. "Viele haben die Quote bereits erfüllt. Die anderen werden nachziehen", sagte sie weiter.

Über Aufsichtsräte hinaus sieht Schwesig auch positive Auswirkungen der Frauenquote auf andere Bereiche in Unternehmen. Gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe sprach sie von einem "Kulturwandel" und sagte: "Es tut sich was, es hat sich etwas bewegt."