Die auf WikiLeaks veröffentlichten Daten aus dem NSA-Untersuchungsausschuss stammen offenbar nicht von russischen Hackern. Einem Bericht des Spiegels zufolge ermittelt die Bundestagspolizei wegen des Datenleaks im Parlament. Ermittelt werde "wegen Verletzung des Dienstgeheimnisses und einer besonderen Geheimhaltungspflicht", sagte ein Bundestagssprecher dem Magazin. Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) habe die Ermittlungen gegen Unbekannt genehmigt. Der Deutsche Bundestag ist ein eigener Polizeibezirk.

Laut Spiegel sind Sicherheitsbehörden davon überzeugt, dass die Daten nicht von Hackern an WikiLeaks weitergegeben wurden. Es gebe auch keinen Hinweis darauf, dass die 2.420 Dokumente im Zuge eines Hackerangriffs auf den Bundestag entwendet wurden, heißt es weiter.

In dem Bericht wird darauf verwiesen, dass das Material, welches an WikiLeaks weitergegeben wurde, 90 Gigabyte umfasste. Aus den betroffenen Computern im Bundestag seien aber nur etwa 16 Gigabyte an Daten gestohlen worden.

Vor etwa einer Woche hatte die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS) berichtet, dass die Ermittler russische Hacker für die Veröffentlichung der geheimen Dokumente verantwortlich machen würden. Auch der Ausschussvorsitzende Patrick Sensburg (CDU) hatte unmittelbar nach der Veröffentlichung der Unterlagen einen ausländischen Hackerangriff nicht ausgeschlossen. Daraufhin wurde auch die Möglichkeit eines russischen Cyberangriffs auf die Bundestagswahl im nächsten Jahr diskutiert.

Laut WikiLeaks stammen die etwa 2.400 Dokumente aus verschiedenen Bundesbehörden wie dem Bundesnachrichtendienst (BND) und den Bundesämtern für Verfassungsschutz und Sicherheit in der Informationstechnik. Die Dokumente sollen auch Aufschluss über die Zusammenarbeit zwischen dem BND und dem US-Geheimdienst NSA geben.

Der Ausschuss befasst sich seit April 2014 mit der Datenspionage der Geheimdienste und vor allem mit der NSA. Zahlreiche Unterlagen sind als vertraulich eingestuft. Oft tagt das Gremium unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Im Fokus steht auch die Arbeit des Bundesnachrichtendienstes.