Die Zahl der türkischen Asylbewerber in Deutschland ist seit dem Putschversuch in der Türkei deutlich gestiegen. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Parlamentsanfrage hervor, aus der die Zeitungen der Funke Mediengruppe zitieren.

Waren im Januar noch 119 Anträge gezählt worden, waren es im November dem Bericht zufolge bereits mehr als 700. Von Januar bis November wurden demnach insgesamt knapp 5.200 Anträge registriert. Fast 80 Prozent der Antragsteller sind Kurden.

Die Bundesregierung stellt in ihrer Antwort allerdings keinen Zusammenhang zu dem gescheiterten Putschversuch her: "Spekulationen zu möglichen Ursachen für den Anstieg der Zahlen nimmt die Bundesregierung nicht vor", heißt es.

Die Linkspartei reagiert auf die Zahlen mit scharfer Kritik an der deutschen Türkei-Politik. "Die Türkei ist alles andere als ein sicherer Herkunftsstaat oder ein Ort, an dem Flüchtlinge eine sichere Bleibe finden können", sagte die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Ulla Jelkpe. Zudem führe die türkische Regierung einen erbarmungslosen Krieg gegen die kurdische Bevölkerung. "Die Waffenexporte an das Erdoğan-Regime müssen endlich gestoppt und der EU-Flüchtlings-Deal beendet werden", forderte Jelpke mit Blick auf die Regierung von Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan.