Der Thüringische Ministerpräsident hat die Linke zu einem anderen Umgang mit ehemaligen Stasi-Mitarbeitern ermahnt. Bei der Regierungsbildung 2014 habe er bereits durchgesetzt, dass Politiker mit Stasi-Vergangenheit nicht für Regierungsämter zugelassen werden. Das forderte er angesichts des Rücktritts des umstrittenen Berliner Staatssekretärs Andrej Holm (parteilos) bundesweit. Niemand der "in irgendeiner Weise" für die Staatssicherheit der DDR gearbeitet habe, dürfe heute ein Regierungsamt ausüben, sagte Bodo Ramelow der Thüringer Allgemeinen. Eingeschlossen sei "ausdrücklich auch der Wehrdienst im Wachregiment der Staatssicherheit".

Seine Partei die Linke müsse bei diesem Thema sensibler werden. "Das Signal, einen früheren Teil dieses Apparats, und mag er damals noch so unwichtig gewesen sein, Mitglied der Regierung werden zu lassen, ohne die Wähler zu befragen: Das wollte ich nicht", sagte er. Es seien immer "noch viele Menschen von dem Unterdrückungs- und Bespitzelungsapparat Staatssicherheit" traumatisiert. Man dürfe sich hierbei "nicht in einer Grauzone" bewegen.

Der von der Linkspartei berufene Holm hatte am Montag nach wochenlangen Auseinandersetzungen in der Berliner Koalition aus SPD, Grünen und Linkspartei seinen Rücktritt erklärt und dabei massive Vorwürfe erhoben. Der 46-Jährige hatte als junger Mann für die DDR-Staatssicherheit gearbeitet, was bereits seit längerem bekannt ist.