"Grundsätzlich" steht die Partei zu Beginn dieses Wahljahres ja keineswegs schlecht da, doch auch dieses "grundsätzlich" ist doppeldeutig. In den Umfragen hat sie sich zuletzt stabilisiert. Der Abstand zum nächstgrößten Konkurrenten, der SPD, ist mit rund 15 Prozentpunkten riesig groß. Ähnliches gilt für die Differenz in den Popularitätswerten zwischen Merkel und ihrem wahrscheinlichen Herausforderer Sigmar Gabriel (SPD).

Hoch erfreut dürfte man in der CDU die Umfragen zur Kenntnis genommen haben, wonach Merkel selbst bei den CSU-Anhängern beliebter ist als Seehofer oder wonach sich derzeit 19 Prozent der Wähler vorstellen können, diesmal zum ersten Mal CDU zu wählen – die Mehrheit davon wegen, nicht trotz Merkel.

Doch eine Garantie für den Erfolg ist das eben keineswegs. Sollte es am Ende rechnerisch für ein rot-rot-grünes Bündnis reichen, könnte die CDU trotz ihres großen Vorsprungs die Wahl verlieren. Abgesehen davon, dass bislang völlig unklar ist, wie etwa ein weiterer Siegeszug der Rechtspopulisten bei den anstehenden Wahlen in Frankreich und den Niederlanden die deutschen Wahlen beeinflussen wird. Ebenso unberechenbar ist, welche Auswirkungen andere Ereignisse wie beispielsweise ein weiterer Terroranschlag haben könnten.

Die Saar-Wahl als Menetekel

In einer ähnlichen Lage wie die CDU im Bund befindet sich die CDU übrigens im Saarland, wo am 26. März der Auftakt für dieses Wahljahr stattfindet. Auch die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer könnte in den Wochen nach der Wahl feststellen, dass sie mit ihrer Partei zwar mit Abstand stärkste Fraktion geworden ist, die Regierung aber an ein rot-rot-grünes Bündnis abgeben muss.

Man habe diese Klausur im Saarland gemacht, um Annegret Kramp-Karrenbauer zu unterstützen, sagte Merkel nach dem Treffen. Die Wahl dort könnte für das Superwahljahr tatsächlich von hoher symbolischer Bedeutung werden.