Die Europapolitik, Waffenlieferungen, Sozialabbau: Alles Themen, die für Oskar Lafontaine gegen eine rot-rot-grüne Koaltion auf Bundesebene sprechen. "Bis jetzt ist nicht erkennbar, dass SPD und Grüne ihre Politik so ändern wollen, dass eine gemeinsame Regierung möglich wird", sagte der Fraktionsvorsitzende der Linken im saarländischen Landtag der Deutschen Presse-Agentur.

Die programmatischen Unterschiede zwischen der Linken und den beiden anderen Parteien seien auf Bundesebene nach wie vor zu groß. Lafontaine sieht keine Möglichkeit der Zusammenarbeit, "solange SPD und Grüne für Interventionskriege sind, für Waffenlieferungen, für Sozialabbau und für ein ungerechtes Steuersystem und für eine Europapolitik, die im Süden Europas zu sozialen Verwerfungen führt".

Auf Dauer ausschließen will der 73-Jährige ein derartiges Bündnis jedoch nicht. Die SPD habe schließlich die Hälfte ihrer Mitglieder und ihrer Wählerschaft verloren: "Man soll die Hoffnung nicht aufgeben. Es könnte ja sein, dass sich in der SPD die Erkenntnis durchsetzt, dass sie den Einbruch bei Wählern und Mitgliedern selbst verursacht hat, ebenso wie die Tatsache, dass sie an der 20-Prozent-Grenze herumkrebst."

Lafontaine war 1990 Bundeskanzlerkandidat der SPD. Ein Streit über den wirtschafts- und finanzpolitischen Kurs mit dem damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder führte 1999 zur Niederlegung all seiner Ämter. Für die diesjährigen Landtagswahlen im Saarland tritt Lafontaine zum dritten Mal als Spitzenkandidat für die Linke an.