Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat den neuen US-Präsidenten Donald Trump an den Wert des transatlantischen Bündnisses erinnert. Wer so weitreichende Veränderungen durchsetzen wolle wie Trump, brauche Verbündete, sagte die CDU-Politikerin dem Handelsblatt. "Die Nato ist kein Deal, Vertrauen nicht käuflich."

Gleichwohl erwarte sie nicht das Ende der transatlantischen Freundschaft. "Der Ton wird rauer, aber die gewachsenen Beziehungen zu Amerika sind stark", sagte von der Leyen. Der neue US-Präsident hatte die Daseinsberechtigung des Bündnisses infrage gestellt und die Nato für "obsolet" erklärt.

Die Ministerin kritisierte Trump für seine Antrittsrede. "Das waren harsche Worte, nicht nur für die Ohren der Weltgemeinschaft", sondern auch für die ehemaligen US-Präsidenten, sagte die CDU-Politikerin. Seine Amtsvorgänger, mit denen er hart ins Gericht gegangen sei, seien ebenso vom Volk gewählt worden wie Trump.

Von der Leyen hob hervor, es gebe Millionen Freundschaften zwischen Amerikanern und Europäern, die weiter bestehen blieben und in denen die gemeinsamen Werte weiter geteilt würden. Die Europäer seien bereit, die Nato zu modernisieren und die Lasten fair zu verteilen. Für die Stabilisierung der Staaten Afrikas etwa seien klar die Europäer in der Verantwortung, nicht die Nato.

Die Verteidigungsministerin setzt auf ihren neuen US-Kollegen James Mattis, der sich in seiner Anhörung vor dem US-Kongress klar zur Nato bekannt hatte. Zudem hätten viele Republikaner im Kongress und Senat "eine sehr klare Haltung zu Russland" und wollten, dass auch in der Ukraine das Völkerrecht gilt. Die Russlandsanktionen dürften erst enden, wenn der Minsker Vertrag umgesetzt sei.

"Es wird interessant sein, was sich in der amerikanischen Politik durchsetzt", sagte sie. Im Nahen Osten hätten Trump und die Europäer zudem das gemeinsame Interesse, den Terrorismus zu bekämpfen.