Die CSU steht den Plänen einer Begrenzung der Managergehälter aufgeschlossen gegenüber. "Es ist Bürgerinnen und Bürgern nicht vermittelbar und auch in einer sozialen Marktwirtschaft nicht angemessen, wenn ein Manager das Hundertfache eines Durchschnittsverdieners im gleichen Konzern bekommt", sagte CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt der Passauer Neuen Presse.

Die Sozialdemokraten hatten am Mittwoch einen Gesetzentwurf zur Begrenzung von Managergehältern vorgelegt. Er sieht unter anderem vor, dass die steuerliche Absetzbarkeit bei variablen Gehaltsbestandteilen auf jeweils 500.000 Euro begrenzt werden soll. In manchen Vorstandsetagen schienen Maß und Mitte verloren gegangen zu sein, erklärte SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann. Eine Neiddebatte gegen Manager wolle die SPD aber nicht führen.

Der Vorschlag der SPD liege der Union bislang nicht vor, sagte Hasselfeldt. "Wir werden ihn daraufhin prüfen, ob wir damit Gehaltsexzessen Einhalt gebieten können", sagte die CSU-Politikerin. Mehr Transparenz oder die Begrenzung der steuerlichen Abzugsfähigkeit seien "diskussionswürdige Ansätze".

Aktionärsvertreter plädieren für "absolute Obergrenze"

Auch Kanzleramtsminister Peter Altmaier (CDU) zeigte sich grundsätzlich offen für den Vorschlag. "Ich halte das für richtig und denke, dass wir da zu einem parteiübergreifenden Konsens kommen werden", erklärte er am Mittwoch. Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Michael Fuchs, lehnte den Plan der SPD dagegen ab.

Aktionärsvertreter plädierten für eine "absolute Obergrenze" von zehn Millionen Euro im Jahr. Grundsätzlich müssten Vorstandsbezüge in einem gesunden Verhältnis zu den Durchschnittslöhnen im Unternehmen stehen, sagte der Präsident der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Ulrich Hocker, der Passauer Neuen Presse. Das könne je nach Branche mal das 20-, mal das 50-Fache sein. "Ansonsten ist der soziale Friede in Deutschland gestört", sagte der Aktionärsvertreter. Entscheiden müsse der Aufsichtsrat des Unternehmens.

Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Dieter Kempf, hatte sich bereits am Wochenende gegen gesetzliche Regelungen zu Managergehältern gewandt. "Einzelfälle sind kein Grund, neue Gesetze zu erlassen und damit Tausende unproblematische Gehaltsverträge in Mithaftung zu nehmen", sagte Kempf dem Spiegel.