CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn fordert seine Partei dazu auf, im Wahlkampf die harte Auseinandersetzung mit der SPD zu suchen und politisch weiter nach rechts zu rücken. "Ich habe manchmal den Eindruck, dass die gesellschaftliche Mitte mittlerweile rechts von der CDU liegt", sagte Spahn der Wochenzeitung DIE ZEIT.

Der CDU müsse es gelingen, Wähler wieder zu sich zu führen. "Sie sehnen sich mehr denn je nach Recht und Ordnung, nach Sicherheit und Verlässlichkeit", sagte Spahn. Es werde nicht reichen, die Themen der SPD "möglichst geräuschlos wegzumoderieren". Außerdem müsse seine Partei dem "großen Bedürfnis nach Unterscheidbarkeit" in der Bevölkerung gerecht werden.  

"Die CDU muss wieder lernen, Konflikte auszuhalten", sagte Spahn, der auch Staatssekretär im Bundesfinanzministerium ist. "Wir dürfen auch nicht erschrecken, wenn wir vom politischen Gegner für unsere Position beschimpft werden", sagte Spahn. "Es ist doch Sinn von Demokratie, dass wir etwas richtig finden, was andere für falsch halten."

Spahn wehrte sich dagegen, die Kritiker der Flüchtlingspolitik in die rechte Ecke zu stellen. "Wenn Leute bekunden, sich in der eigenen Stadt fremd zu fühlen, dann machen es sich einige einfach und stempeln sie schnell als Rassisten ab. Sinnvoller ist es aber, diese Wahrnehmungen ernst zu nehmen", sagte Spahn.

Es gebe kaum ein anderes Land, das Migranten und Flüchtlinge "vom ersten Tag an so unterstützt wie Deutschland", sagte Spahn. "Dafür dürfen wir aber auch etwas erwarten. Und das klarer zu formulieren – darum darf es auch im Wahlkampf gehen."