Nach dem Selbstmordanschlag in Manchester führen die Ermittlungen auch nach Deutschland. Nach Erkenntnissen der Polizei flog Salman Abedi vier Tage vor dem Anschlag in Manchester über den Flughafen Düsseldorf nach Großbritannien. Dabei sei er aber nur umgestiegen und habe sich dafür kurzzeitig im Transitbereich aufgehalten, teilte die Düsseldorfer Polizei mit.

Bisher hätten die Ermittlungen der Sicherheitsbehörden in Nordrhein-Westfalen zu keinen weiteren Erkenntnissen über Kontakte von Abedi in das Bundesland geführt. Nähere Angaben wollte ein Sprecher nicht machen. Die Sicherheitsbehörden in Düsseldorf würden die Ermittlungen der britischen Behörden zum Anschlag in Manchester aber unterstützen.

Nach Berichten des Magazins Focus und des ZDF war Abedi 2015 bereits in Deutschland und flog von Frankfurt nach Großbritannien. Nach Informationen von ZEIT ONLINE soll Abedi in Syrien ausgebildet worden sein. Unklar ist noch, ob der 22-Jährige in Syrien Personen kennengelernt hat, die er später zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen traf. Dem ZDF zufolge ist Abedi am 18. Mai aus der Türkei nach Düsseldorf geflogen und dann weiter nach Großbritannien. Nach Geheimdiensterkenntnissen war Abedi wahrscheinlich auch ins Bürgerkriegsland Syrien gereist, wo die Terrormiliz Islamischer Staat aktiv ist.

Britische Ermittler gaben am Donnerstagmorgen zwei weitere Festnahmen im Zusammenhang mit dem Anschlag bekannt. Ein Mann wurde im Raum Withington und ein weiterer im Raum Manchester festgenommen. Damit befinden sich inzwischen acht Personen in Haft. Bei dem Selbstmordanschlag während eines Popkonzerts in Manchester starben am Montagabend 22 Menschen, 59 wurden verletzt.