Im Amtssitz von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird über neues Personal und Entscheidungen des Hausherrn gestritten: Das Bundespräsidialamt wehrt sich gegen Kritik des Personalrats, der kurz zuvor aus Protest zurückgetreten war. Die Mitarbeitervertretung hatte insbesondere den Start einer eigenen Facebookseite des Bundespräsidenten kritisiert – sie fühlte sich übergangen. 

Es könne nicht die Rede davon sein, dass der Personalrat in der Angelegenheit mangelhaft eingebunden worden sei, hieß es dazu aus dem Bundespräsidialamt. Wegen der Gespräche mit dem Gremium sei der Start des Accounts sogar zwei Mal verschoben worden. Die Personalvertretung wollte sich zu dem Konflikt nicht weiter äußern.

Das Gremium hatte außerdem kritisiert, dass viele Stellen vorbei an der Mitarbeitervertretung mit Vertrauten des früheren Außenministers besetzt worden seien. Der neue Bundespräsident habe fast 20 neue Mitarbeiter eingestellt, berichtete die Berliner Zeitung. Nach Angaben der Amtsleitung handelt es sich um zwölf bis 15 Personen. Insgesamt sind im Schloss Bellevue etwa 200 Menschen beschäftigt.

Eine Sprecherin des Bundespräsidenten bestätigte, dass der Personalrat am Dienstag mehrheitlich seinen Rücktritt beschlossen hat. Er bleibt zunächst kommissarisch bis zur Wahl einer neuen Vertretung im Amt. Die Sprecherin nannte den Rücktritt "nicht nachvollziehbar". Es habe intensive Gespräche zwischen der neuen Amtsleitung und dem Personalrat gegeben sowie eine Informationsveranstaltung zum neuen Facebookauftritt.

Steinmeier hatte sein Amt im März als Nachfolger von Joachim Gauck angetreten. Dass neue Präsidenten zentrale Stellen im Amt neu besetzen, ist üblich. Die Personalräte kritisierten dem Zeitungsbericht zufolge aber das Ausmaß der Umstrukturierungen, "die offenkundig dazu dienen, Vertraute an zentralen, gut besoldeten Stellen unterzubringen – vorbei an dem Votum des Personalrats".