Auf knapp neun Prozent kommt die Linke im bundesweiten Durchschnitt. In den einzelnen Bundesländern ist sie unterschiedlich stark verankert: In Bayern ist sie kaum wahrnehmbar, in Thüringen stimmten 28 Prozent der Wähler für die Linke, die seither dort die Regierung führt.

Wer diese Wähler eigentlich sind, hat das Umfrageinstitut YouGov jetzt analysiert: Die Linken werden im Vergleich zu anderen Parteien eher von Männern gewählt, ergab eine Befragung. Ältere Wähler sind demnach leicht überrepräsentiert, ebenso Wähler mit höherem Bildungsabschluss. In ökonomischer Hinsicht stehen Linken-Wähler stärker unter Druck als andere Wähler.

Entsprechend sind für Wähler der Linken klassische sozialpolitische Themen von hoher Relevanz für die Wahlentscheidung: Soziale Sicherheit, Rente und Altersvorsorge sowie Gesundheitsversorgung sind die drei wichtigsten Themenfelder. Einwanderung und Flüchtlinge (steht auf Rang 8) und die Zukunft der EU (Rang 12) sind demnach nachgelagert. Das Meinungsbild ist hier uneinheitlich: Bei Fragen der Einwanderung und der Globalisierung zeigen sich keine klaren Pro- oder Kontra-Haltungen bei Linken-Wählern.

Die Umfrage unter den Wählern der Linken zeigt weiter, dass sie mit Blick auf die Zukunft pessimistischer eingestellt sind als andere Wähler. Sie sind generell skeptischer gegenüber Politikern und fühlen sich nicht angemessen von der Politik vertreten.

Linken-Wähler sind häufig misstrauisch gegenüber marktwirtschaftlichen Institutionen und kritischer gegenüber den USA eingestellt. Zugleich sind Linken-Wähler stärker offener für postmaterielle Haltungen, etwa für Gleichberechtigung und alternativen Familienformen.

Die Linken werden von ihren Wählern als im Parteienspektrum einzige klar links positionierte Partei wahrgenommen. Sie betrachten ihre Partei als Überzeugungstäterin – betrachten sie allerdings vor dem Hintergrund dieser Prinzipienfestigkeit auch als nicht sehr durchsetzungsfähig. Verglichen mit anderen Eigenschaften wird die Linke von ihren eigenen Wählern als wenig geschlossen eingeschätzt.

Das Institut YouGov hatte zwischen dem 30. Mai und dem 7. Juni etwa 650 Linken-Wähler befragt. Sie wurden gemäß des Bevölkerungsdurchschnitts ausgewählt.