Michael Groschek ist der neue Landesvorsitzende der SPD in Nordrhein-Westfalen. Bei einem Landesparteitag in Duisburg hätten 85,9 Prozent der Delegierten für ihn gestimmt, twitterte die Landes-SPD. Neue Generalsekretärin ist Svenja Schulze, für sie hätten 68,9 Prozent der Delegierten gestimmt. Der 60-Jährige wurde mit rund 86 Prozent der 411 gültigen Stimmen gewählt. 353 Delegierte stimmten für Groschek, 43 gegen ihn, 15 enthielten sich. Eine Stimme war ungültig.

Vor seiner Wahl hatte sich Groschek im Namen der Parteispitze für die Niederlage bei der Landtagswahl entschuldigt. Die Wahl Mitte Mai sei nicht an der Basis verloren worden, sondern von den Verantwortlichen in Partei, Landtagsfraktion und Kabinett, sagte er. "Wir haben die Karre vor die Wand gefahren, weil wir uns zu sicher waren und nicht glaubten, dass Armin Laschet Hannelore Kraft besiegen kann", sagte der 60-jährige, noch amtierende Bauminister vor rund 500 Delegierten. Die Partei müsse die Basis wieder stärker einbeziehen und alltagstaugliche Lösungen für die Probleme der Menschen liefern.

Groschek übernimmt sein Amt von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft. Sie war noch am Wahlabend von allen Parteiämtern zurückgetreten. Mit nur 31,2 Prozent hatte sie das schlechteste Ergebnis eingefahren, das die SPD jemals bei Landtagswahlen in NRW geholt hat. Beim Parteitag in Duisburg ist die 55-Jährige nicht anwesend.

Groschek war früher Zeitsoldat bei der Marine und studierte Wirtschafts- und Kommunikationswissenschaften. 1974 trat er in die Partei ein. Von 2002 bis 2012 war Groschek Generalsekretär der SPD in NRW. Von 2009 bis 2012 gehörte der Oberhausener dem Bundestag an, dann wurde er nordrhein-westfälischer Minister für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr.