Die Welt, wie wir sie kennen, verabschiedet sich. Die Klimakrise bedroht die Lebensgrundlagen der Menschen auf unserem Planeten und der amerikanische Präsident wirkt als Brandbeschleuniger. Das Friedensprojekt Europäische Union droht von Nationalismus und Politikversagen zerfressen zu werden. So viele Millionen Menschen wie noch nie seit dem Zweiten Weltkrieg sind auf der Flucht. Islamistischer Terrorismus, rechtsextreme Gewalt und Kriminalität beeinträchtigen die Innere, Umbrüche in unserer Arbeitswelt die soziale Sicherheit. Und ZEIT ONLINE schreibt, uns Grünen ginge es in diesem Wahlkampf nur um die Ehe für alle.

Natürlich sind wir dafür, dass auch Schwule und Lesben heiraten dürfen! Because it's 2017, und es gibt keinen Grund, warum die Liebe der einen nicht genau so viel zählt wie die Liebe der anderen. Weil das so überfällig ist, weil es so einfach ist und weil die große Koalition diese Änderung in den vergangenen vier Jahren sage und schreibe 30 Mal vertagt hat, sagen wir klar: Mit uns in der Regierung kommt die Ehe für alle, oder wir sind nicht dabei.

So weit, so gut. Doch es muss schon ein Schelm sein, der behauptet, das sei unsere grüne Antwort auf die Krisen unserer Zeit. Wir haben ein Wahlprogramm beschlossen, welches Antworten auf diese gewaltigen Herausforderungen gibt und aufzeigt, welche Chancen sie bieten, wenn wir sie jetzt nicht vergeuden.

Mit unserem Zehn-Punkte-Plan für Grünes Regieren zeigen wir den Bürgern, wofür wir in den nächsten vier Jahren regieren wollen. Die dort genannten Vorhaben sind unser verbindlicher Maßstab für mögliche Koalitionen. Erstmals haben wir uns deshalb frei gemacht von Koalitionsaussagen. Weil Wahlentscheidungen volatil geworden sind und weil es uns ganz und gar um die Inhalte geht, sagen die Grünen bei dieser Wahl so radikal wie nie zuvor: Es geht um das Wofür und nicht um das mit Wem. Jeder Deutsche soll wissen können, was er mit uns bekommt, unabhängig davon welche Mehrheiten die Wähler am 24. September möglich machen.

Deutschland muss und kann bis 2030 aus der Stromversorgung durch Kohle aus- und in die Erneuerbaren einsteigen. Im Verkehr müssen abgasfreie Autos rollen. Nur so kann unser Land die Pariser Klimaziele einhalten. Die Technologie dafür ist da, der politische Wille fehlt bisher. Wir haben diesen Willen und bringen ihn an mögliche Kabinettstische.

Deutschland muss vom arroganten Schulmeister Europas wieder zu einem verbindlichen und konstruktiven Partner werden, der mit den anderen an einem Strang zieht und davon selbst profitiert. Dafür wollen wir weg vom einseitigen Sparkurs und stattdessen in Europa investieren, vor allem in digitale Infrastruktur und in ökologische Zukunftssektoren.