Die Bundeswehr hat die Soldaten in Hamburg und Umgebung vor gewalttätigen Übergriffen während des G20-Gipfels gewarnt. Bei Fahrten zum und vom Dienst sollen sie deshalb im Großraum Hamburg zwischen dem 5. und 9. Juli keine Uniformen tragen, heißt es dem Spiegel zufolge in einem internen Papier der Bundeswehr. Damit soll vermieden werden, dass Soldaten von linksextremen Gipfelgegnern spontan angegriffen werden.

Auch die Nutzung von Dienstfahrzeugen sei zu vermeiden, außer man leiste damit Amtshilfe, heißt es in dem Dokument. Soldaten im Dienst werden allerdings wie üblich Uniform tragen.  

Der G20-Gipfel in Hamburg findet am 7. und 8. Juli statt. Während des Treffens der Staats- und Regierungschefs wird die Bundeswehr die knapp 20.000 Polizisten beim Gipfel im Rahmen der Amtshilfe unterstützen. Es sind zahlreiche Proteste angekündigt, bei denen es auch zu Ausschreitungen kommen könnte. Insbesondere Standorte, die von Einsatzkräften genutzt würden, seien dem Ministeriumspapier zufolge "einer erhöhten Gefahr von Blockadeversuchen und spontanen Demonstrationen" ausgesetzt.

Dem Verteidigungsministerium zufolge werden beispielsweise Einsatzkräfte der Polizei und des Technischen Hilfswerks in Liegenschaften der Bundeswehr untergebracht. Außerdem wird das Bundeswehrkrankenhaus die medizinische Versorgung von Verletzten unterstützen und die Luftwaffe das Flugbeschränkungsgebiet über der Stadt kontrollieren. Zwei Unterwasserdrohnen überwachen den Hafen, ein Landungsboot und drei Hubschrauber der Marine stehen zur logistischen Unterstützung bereit.

Das Grundgesetz lässt einen Einsatz der Bundeswehr innerhalb Deutschlands nur in Ausnahmefällen zu. Artikel 35 erlaubt etwa die sogenannte Amtshilfe – so halfen Tausende Soldaten bei der Unterbringung und Versorgung von Flüchtlingen. Auch bei Katastrophenfällen wie Hochwasser dürfen Soldaten ausrücken.