Das Bundeskriminalamt (BKA) bekommt eine neue Einheit für die Koordination der Überwachung islamistischer Gefährder. Das berichtet die Zeitung Die Welt. Demnach werde in Berlin im Staatsschutz-Referat ein neues Sachgebiet aufgebaut. Die Einheit soll Gefährder systematisch erfassen, die von ihnen ausgehenden Sicherheitsrisiken einschätzen und vorbeugende Antiterror-Maßnahmen wie Telefonüberwachung oder Observationen einleiten. 

Dafür wird es ein neues Modell zur Bewertung von Gefährdern geben, wie Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) im Juni angekündigt hatte. Im gemeinsamen Terrorabwehrzentrum in Berlin sollten die notwendigen Schritte besprochen und in den Ländern "gemeinsam und verbindlich umgesetzt werden".  

Aktuell werden laut der Zeitung mehr als 680 Islamisten von deutschen Sicherheitsbehörden als Gefährder eingestuft, denen jederzeit ein schwerer Anschlag zugetraut wird. Längst nicht alle davon halten sich in Deutschland auf.

Auch Anis Amri, der im Dezember 2016 den Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz verübte, war von den Behörden bereits im Februar 2016 als Gefährder eingestuft und zeitweise beobachtet worden. Wenige Wochen vor dem Attentat wurde er allerdings nicht mehr als akutes Sicherheitsrisiko bewertet. Unter anderem hat es Probleme beim europäischen und innerdeutschen Datenaustausch gegeben. 

Allerdings wäre es offenbar möglich gewesen, Amri strafrechtlich zu verfolgen, was aber nicht geschah. Entsprechende Akten wurden nach dem Attentat manipuliert.