Die deutsche Autoindustrie und der Standort Deutschland dürfen nach Auffassung von Bundeskanzlerin Angela Merkel durch die Dieseldebatte keinen nachhaltigen Schaden erleiden. Man müsse aufpassen, dass in der Debatte nun "nicht das Kind mit dem Bade ausgeschüttet" werde, sagte die CDU-Chefin auf einer Wahlveranstaltung im bayerischen Bad Kissingen. Es zeige sich, wie sehr man darum kämpfen müsse, die mehr als 800.000 Arbeitsplätze in der Autoindustrie auch in Deutschland halten zu können, sagte sie mit Blick auf den Ansehensverlust und die Verunsicherung der Käufer und Besitzer durch die Abgasmanipulationen.

"Die deutsche Autoindustrie ist ein ganz klares Aushängeschild von dem, was weltweit 'Made in Germany' bedeutet", sagte Merkel. Deshalb sei es wichtig, dass die Konzerne ihre Fehler wiedergutmachten. Dazu seien erste Schritte eingeleitet worden. "Aber wir wollen auch weiter eine starke Automobilindustrie und wir wollen, dass die Kunden zufrieden sein können und nicht mit Fahrverboten geplagt werden."

Merkel veränderte damit ihre bisherige Haltung zu den Manipulationen bei Dieselautos. In den vergangenen Tagen hatten die Forderungen nach Aufklärung und Schadensbegrenzung stärker im Mittelpunkt gestanden.