Der Ausgang der Bundestagswahl wird nach Angaben von Bundeswahlleiter Dieter Sarreither vor allem durch Wähler im Rentenalter entschieden. "Die älteren Wähler werden immer wahlentscheidender", sagte Sarreither den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Gut ein Drittel der Wahlberechtigten sei mindestens 60 Jahre alt, ein Fünftel über 70 Jahre.

Der Anteil der jüngeren Wähler an der Gesamtbevölkerung ist laut Sarreither dagegen in den letzten Jahrzehnten stetig zurückgegangen. "Stellten die Unter-30-Jährigen 1980 noch gut 22 Prozent der Wahlberechtigten, sind es in diesem Jahr nur noch knapp 16 Prozent", sagte Sarreither. Ein weiterer Faktor sei, dass die Wahlbeteiligung bei älteren Bürgern überdurchschnittlich hoch sei. Jüngere Wähler hingegen würden eher seltener zur Wahl gehen. 

Laut Sarreither sinkt die Gesamtzahl der Wahlberechtigten. Waren es bei der Bundestagswahl 2013 noch 61,9 Millionen, sind bei der bevorstehenden Wahl 61,5 Millionen Personen wahlberechtigt. Es sei außerdem auffällig, dass das Nichtwählen in Ostdeutschland weiter verbreitet ist als in Westdeutschland.

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Jeder Vierte nutzt Briefwahl

Gewählt wird bei der Bundestagswahl immer häufiger per Brief. Seit Einführung der Briefwahl 1957 gebe es einen kontinuierlichen Aufwärtstrend, sagte Sarreithers Sprecher Klaus Pötzsch. Die Menschen würden bequemer, flexibler und mobiler. Manche wollten sich den Sonntag für Unternehmungen frei halten, andere müssten arbeiten. Ende September seien viele auch noch im Urlaub. Gerade ältere Personen entschieden sich aber auch aufgrund ihrer körperlichen Verfassung für die Briefwahl.

Der Zuwachs bei den letzten Wahlen lässt sich laut Pötzsch aber auch damit erklären, dass die Beantragung der Briefwahl 2009 erleichtert wurde. Vorher musste man einen triftigen Grund anführen, um per Brief wählen zu können.

Einen deutlichen Unterschied gibt es auch hier zwischen Ost und West. Bei der Bundestagswahl 2013 stimmten in den alten Bundesländern deutlich mehr Menschen per Brief ab als in den neuen. Spitzenreiter war Bayern mit 35,2 Prozent, in Sachsen-Anhalt beantragten nur 15,3 Prozent die Briefwahl.