Rund zwei Jahre nach der Einführung einer gesetzlichen Frauenquote für Aufsichtsräte in börsennotierten Unternehmen hat Katarina Barley eine Quote für Vorstände ins Gespräch gebracht. Dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) sagte die Bundesfamilienministerin, sie gebe der Wirtschaft noch ein Jahr Zeit, eine stärkere Beteiligung von Frauen in Vorständen zu erreichen. "Wenn sich bis dahin nichts tut, werden wir gesetzlich eingreifen", sagte Barley.

Ein mögliches Instrument sei die Einführung einer verpflichtenden Frauenquote für Unternehmensvorstände. Eine solche Maßnahme sei auch deshalb notwendig, weil sich seit Jahrzehnten immer wieder zeige, "dass Selbstverpflichtungen nicht funktionieren".

Das Gesetz für einen Anteil von mindestens 30 Prozent Frauen in den Aufsichtsräten von etwa 100 Großunternehmen trat im Mai des vergangenen Jahres in Kraft. Nach Zahlen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) sind die deutschen Unternehmen auf einem guten Weg, die Quote zu erfüllen: Immerhin 27 Prozent der Aufsichtsratsposten in 106 Unternehmen waren Ende 2016 mit Frauen besetzt.

Anders ist die Situation auf der Vorstandsebene: Aktuell liegt der Anteil an weiblichen Vorständen in börsennotierten Unternehmen bei 6,9 Prozent. Barley kritisierte, dass auf Vorstandsebene "fast gar nichts passiert" sei. So gehe es nicht weiter.