Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) hat angekündigt, dass das 1977 von Terroristen entführte Flugzeug Landshut in Kürze nach Deutschland zurückgeholt wird. "Die Lufthansa wird demnächst ein Team hinschicken, um die Demontage zu beginnen und den Transport vorzubereiten", sagte Gabriel. Die ehemalige Lufthansa-Maschine soll bis zum Herbst an den Bodensee gebracht und auf dem Gelände des Dornier-Museums in Friedrichshafen präsentiert werden.

Bislang steht das schrottreife Flugzeug auf dem brasilianischen Flughafen Fortaleza. Dort soll es zerlegt, abtransportiert und später in Deutschland restauriert werden. Es sei nationales Interesse, die Landshut nach Deutschland zu holen und mit dem Flugzeug als Ausstellungsstück an den Deutschen Herbst zu erinnern, sagte Gabriel. Das Auswärtige Amt hatte das Flugzeug im Mai für rund 20.000 Euro gekauft.

Am 13. Oktober 1977 hatten vier Palästinenser in Absprache mit der Roten Armee Fraktion (RAF) die Landshut mit 91 Menschen an Bord gekapert. Nach einer Landung im südjemenitischen Aden erschossen sie den Kapitän Jürgen Schumann. In Mogadischu (Somalia) stürmte dann die Antiterroreinheit GSG 9 die Maschine und befreite die Geiseln. Der Vorfall erregte weltweit Aufmerksamkeit, Politiker bezeichneten das Flugzeug daher als "ein Stück Zeitgeschichte".