Die AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel hat auf Kritik an ihren Parteikollegen reagiert, indem sie demonstrativ eine Live-Sendung im ZDF verließ. Vorher hatte der Bundestagsabgeordnete Andreas Scheuer (CSU) sie aufgefordert, sich vom Thüringer AfD-Parteivorsitzenden Björn Höcke zu distanzieren. Dieser sei "einfach ein Rechtsradikaler".

In der Live-Talkshow "Wie geht's, Deutschland?" diskutierten sieben Gäste mit der ZDF-Moderatorin Marietta Slomka über Themen des Bundestagswahlkampfs. Ursula von der Leyen (CDU), Andreas Scheuer (CSU), Heiko Maas (SPD), Katja Kipping (Die Linke), Jürgen Trittin (Die Grünen), Katja Suding (FDP) und Weidel sollten Fragen zu Themen beantworten, die in Kurzreportagen vorgestellt wurden.

Beim Thema Asylpolitk kam es dann zu einer Auseinandersetzung zwischen Scheuer und Weidel. "Für mich ist gelungene Integration, wenn Sprache und Eigenengagement passen", hatte Scheuer gesagt. Weidel fiel ihm ins Wort und warf ihm vor, illegale Immigration legalisieren zu wollen. Scheuer forderte sie daraufhin auf, sich vor einer weiteren Diskussion von Höcke und Alexander Gauland, dem zweiten Spitzenkandidaten der AfD, zu distanzieren.

Weidel nahm in einem Statement auf Facebook zum Verlauf der Sendung Stellung. Moderatorin Slomka habe sich "parteiisch und vollkommen unprofessionell" verhalten und sich "mit der frechen Intoleranz und der plumpen Argumentation von SPD und Grünen gemein gemacht", kritisierte sie.