Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hält Hackerangriffe auf die Bundestagswahl im September für möglich. Der Präsident des Amtes, Arne Schönbohm, sagte dem Spiegel, Kriminelle könnten versuchen, vertrauliche Daten von Parteien und Kandidaten zu erlangen.

Als größte Gefahr bezeichnete der Chef der Bonner Behörde mögliche Versuche von Hackern, IT-Systeme, die für die Wahl verwendet werden, anzugreifen. Als Folge eines solchen Angriffs könnten Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Wahlergebnisses entstehen – das sei das eigentliche Ziel der Täter. Als Beispiel führte Schönbohm die US-Präsidentschaftswahlen im November vergangenen Jahres an. Nachdem Gerüchte über Hackerangriffe an die Öffentlichkeit gedrungen waren, seien vermehrt Nachauszählungen gefordert worden.

Weil man in Deutschland sein Kreuz auf einen Papierzettel setze, sei die Abstimmung weniger anfällig für Hackerangriffe. Dennoch bestehe die Möglichkeit, sagte der BSI-Präsident, dass "Täter versuchen, das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in die Wahl zu beeinträchtigen, indem sie falsche Behauptungen über angebliche Unregelmäßigkeiten streuen".

Das Bundesamt für IT-Sicherheit habe bis zum Abschluss der Wahl deshalb seine Lagebeobachtung intensiviert und halte "erweiterte Krisenreaktionskapazitäten für eventuelle Vorfälle bereit".