"Einen Kan­di­da­ten, der das Grund­ge­setz nicht ak­zep­tie­ren und allen Men­schen mus­li­mi­schen Glau­bens ihr Recht auf Re­li­gi­ons­frei­heit ab­spre­chen will, kann ich nicht wäh­len", sagte die Frak­ti­ons­che­fin der Grünen, Kat­rin Gö­ring-Eckardt, der Zeitung Bild am Sonntag. Sie spricht sich damit gegen den AfD-Kan­di­da­ten Al­brecht Gla­ser als Bun­des­tags­vi­ze­prä­si­den­ten aus.

Sie nehme an, dass es vie­len Grü­nen ge­nau­so gehe. Sie sei aber nicht grund­sätz­lich da­ge­gen, dass die AfD einen Bun­des­tags­vi­ze­prä­si­den­ten er­hielte. Es sei so vor­ge­se­hen, dass jede Frak­ti­on einen Vi­ze­prä­si­den­ten be­kommt. "Das finde ich rich­tig, egal wie be­trüb­lich ich es finde, dass die AfD jetzt im Bun­des­tag sitzt", sagte sie weiter. Es sei aber die Auf­ga­be der AfD, je­man­den auf­zu­stel­len, der wähl­bar ist.

FDP-Chef Chris­ti­an Lind­ner sprach sich ebenfalls da­ge­gen aus, der AfD den Pos­ten zu ver­weh­ren. Er sei dagegen, der AfD einen Op­fer­sta­tus zu geben, indem man ihr einen Vi­ze­prä­si­den­ten ver­wehre, sagte er der Zeitung.

Eine große Mehr­heit der Deut­schen, nämlich 73 Pro­zent, ist dafür, die AfD im Bun­des­tag wie jede an­de­re Par­tei zu be­han­deln. Das zeigt eine Um­fra­ge des Mei­nungs­for­schungs­in­sti­tuts Emnid für die Bild am Sonntag. Ein Viertel der Be­frag­ten spra­chen sich da­ge­gen aus.