Teilnehmern von illegalen Autorennen drohen künftig empfindliche Strafen. Der Bundesrat billigte ein Gesetz, mit dem solche Taten nicht mehr als Ordnungswidrigkeit, sondern als Straftat gewertet werden. Der Gesetzgeber reagierte damit auf eine Reihe von Todesfällen bei illegalen Rennen. Veranstalter und an den Rennen beteiligte Fahrer werden künftig mit Geldstrafen oder bis zu zwei Jahren Haft belegt. Der Bundestag hatte das Gesetz im Juni beschlossen.

Kommen Menschen ums Leben oder werden sie schwer verletzt, drohen sogar bis zu zehn Jahre Gefängnis. Durch die Neuerung wird es zudem möglich, die Autos der Beteiligten zu beschlagnahmen und ihnen den Führerschein wegzunehmen.

Bisher wurden die Teilnehmer illegaler Straßenrennen mit einem Bußgeld in Höhe von 400 Euro und einem einmonatigen Fahrverbot belegt, Veranstaltern drohte ein Bußgeld in Höhe von 500 Euro.

Auch Raser außerhalb von Rennen betroffen

Die Gesetzesverschärfung zielt auch auf Raser, die nicht gegen andere Fahrer in einem illegalen Rennen antreten. Bestraft werden kann künftig auch, wer am Steuer "mit nicht angepasster Geschwindigkeit und grob und verkehrswidrig und rücksichtslos" unterwegs ist, "um eine höchstmögliche Geschwindigkeit zu erreichen".

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) begrüßte den Bundesratsbeschluss. "Die Auswirkungen von illegalen Straßenrennen sind katastrophal – auch für völlig Unbeteiligte", sagte er. "Ich halte diese Raserevents für ein Hobby von Verrückten – das ist russisches Roulette auf deutschen Straßen." Geldstrafen allein reichten nicht aus.

In den vergangenen Jahren hatte es wiederholt Unfälle mit Todesopfern und Schwerverletzten bei illegalen Straßenrennen gegeben. Zuletzt wurde in Mönchengladbach ein 38-jähriger Fußgänger überfahren und tödlich verletzt.

Strengeres Handyverbot am Steuer

Der Bundesrat beschloss außerdem eine Änderung der Straßenverkehrsordnung, mit der die Behinderung von Rettungskräften künftig mit Bußgeldern von bis zu 320 Euro und Fahrverbot geahndet werden kann. Bisher waren lediglich 20 Euro fällig.

Zudem wird das Handyverbot im Auto verschärft: Fahrer dürfen dieses künftig nur noch benutzen, wenn sie es dafür nicht halten müssen oder das Gerät über Sprachsteuerung und Vorlesefunktion verfügt. Ohne diese Vorrichtung ist aber weiter eine "Blickzuwendung zum Gerät" erlaubt, die der Verkehrslage angemessen ist.