Nachdem Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich einen "Mitte-rechts"-Kurs der CDU gefordert hat, teilt der stellvertretende Vorsitzende der CSU, Manfred Weber, mit, der Platz seiner Partei sei "in der Mitte". Der CSU-Europaabgeordnete sagte der Passauer Neuen Presse: "Einen Rechtsruck oder die CSU als "AfD light" wird es mit mir jedenfalls nicht geben." Die CSU habe bei der Bundestagswahl mehr Wähler an die FDP als an die AfD verloren, sagte er.

Die Partei brauche "Zusammenhalt, nicht Spaltung". Weber sprach sich erneut dafür aus, dem Parteichef Horst Seehofer den Rücken zu stärken. Eine andauernde Personaldebatte sei Gift für Koalitionsverhandlungen mit CDU, FDP und Grünen. Seehofer bekräftigte allerdings bisher den Kurs nach rechts.

Eine mögliche Jamaika-Koalition im Bund sei "sicher keine Wunschkonstellation", sagte Weber. Deshalb  forderte er zudem: "Wir müssen die Scheuklappen ablegen und vermeintliche Gegensätze überwinden, zum Beispiel zwischen Ökologie und Ökonomie, Elektro und Diesel." Er sei nicht blauäugig, "aber einen Versuch ist es wert", um "moderne bürgerliche Politik zu prägen".