Die Wahlbeteiligung zur Bundestagswahl 2013 lag bei 71,5 Prozent – der zweitniedrigste Wert seit Gründung der Bundesrepublik. Nichtwähler sind die größte Wählergruppe Deutschlands. Woran das liegt? "Wenn ich mir unsere Parteienlandschaft anschaue, fühle ich nichts. Gar nichts. Ich finde mich nicht vertreten, finde niemanden, der meine Kampfeslust wecken würde", schrieb Alena Jabarine kürzlich in einem viel gelesenen Text bei ZEIT ONLINE. Der Titel: "Wählen wird total überbewertet!"

Im Kommentarbereich zu dem Artikel gab es zwar Zustimmung für diese Meinung, aber auch Kritik. Viele Leserinnen und Leser erklärten ausführlich und teilweise sehr persönlich, wieso Wählen für sie einen notwendigen Akt darstellt. Wir haben aus ihren Kommentaren zehn Argumente zusammengestellt.

  • "Durch meine Stimmabgabe will ich mich positionieren. Ich könnte keine Kritik an politischen Entscheidungen üben, wenn ich nicht das einzige Instrument nutzen würde, das mir zur Verfügung steht, um eine Regierung zu bestätigen oder abzulehnen. Es ist der einzige Zeitpunkt außerhalb einer Partei, Stellung zu beziehen." Aber sicher
  • "Wer nicht wählen geht, schadet auch der sozialen Gruppe, der er sich zugehörig fühlt, seien es die Jungen, die Armen, die Menschen, die weniger staatliche Eingriffe wollen etc. Weil die Politik sich dann nicht veranlasst sieht, um diese Gruppen zu werben, wenn diese bei Wahlen ohnehin nicht ins Gewicht fallen." Zerberus
  • "Ich gehe zur Wahl, weil es mir wichtig ist, das in meinem Auge Richtige zu wählen, ganz einfach! Nach der Wahl über das Ergebnis jammern werd ich vermutlich so oder so, aber zumindest tue ich das dann in dem Wissen, meinen kleinen persönlichen Anteil geleistet zu haben." abzu
  • "Ich wähle, weil ich die Wahl habe. Und, nein, auch dem Parteiprogramm der Partei, die ich wähle, stimme ich nicht voll und ganz zu. Aber es ist nicht das kleinere Übel, sondern die größere Chance. (…) Und, sollten meiner Ansicht nach auch Menschen wählen gehen, die AfD wählen wollen? Oder sollen die lieber zu Hause bleiben? Sorry, wählen gehen. Demokratie hält das aus. Ich jedenfalls wähle SPD. Das hält die Demokratie auch aus." vor allen Dingen
  • "Mit meinen 55 Jahren war ich auch schon einmal 'Nichtwähler'. Am 24. werde ich zur Wahl gehen. (…) Auch ohne 'A'fD würde mich aktuell das Motiv zur Wahlurne treiben, eine nächste Groko möglichst zu verhindern. Die 'A'fD ist zusätzlich motivierend, denn ich bin der Auffassung, dass es innerhalb der Opposition eine starke Opposition zur 'A'fD braucht. Mein einmaliges 'Nichtwählen' schiebe ich niemandem in die Schuhe. Natürlich müssen sich Politiker aller Parteien fragen, was zu 'Wahlverdrossenheit' führt. Am Ende aber war es mein persönlicher und verlorener Kampf gegen die 'Verbitterung'. Diese Verbitterung betrachte ich persönlich als den Hauptgegner meines kleinen bescheidenen Lebens, weil ich weiß, wie sie die Urteilskraft beeinträchtigt." a.b.surd