Die ehemalige AfD-Parteichefin Frauke Petry wird doch nicht allein als fraktionslose Abgeordnete im Bundestag sitzen: Wie ein Parteisprecher bestätigte, verlässt der nordrhein-westfälische Abgeordnete Mario Mieruch die erst vergangene Woche konstituierte Bundestagsfraktion. Der Sprecher bestätigte damit einen Bericht der Bild-Zeitung. Demnach begründete Mieruch seinen Schritt mit mangelnder Abgrenzung der Partei und Fraktion von der extremen Rechten.

Petry hatte bei der Bundestagswahl am 24. September in ihrem sächsischen Wahlkreis ein Direktmandat errungen, allerdings am Tag nach der Wahl angekündigt, sie werde der AfD-Fraktion nicht angehören. Später verließ sie auch die Partei und begründete dies mit einem unkritischen Umgang der AfD-Führung mit dem äußerst rechten Flügel der Partei um den Thüringer Fraktionsvorsitzenden Björn Höcke.

Mieruch gehört zu den Gründungsmitgliedern der AfD. Er ist Mitglied des AfD-Landesverbandes Nordrhein-Westfalen und gilt als Vertrauter von Petrys Ehemann Marcus Pretzell. Pretzell war zuletzt Vorsitzender der AfD-Fraktion im NRW-Landtag. Auch er hat die Partei inzwischen verlassen.

Petry hatte beim AfD-Bundesparteitag im vergangenen April vergeblich versucht, eine Abstimmung über den von ihr befürworteten "realpolitischen Kurs" der Partei herbeizuführen. Ob sie demnächst eine eigene Partei gründen wird, ist noch offen. In Sachsen wurde sie wegen Meineids angeklagt. Es geht hier um Äußerungen Petrys im Wahlprüfungsausschuss vor der Landtagswahl in Sachsen, wo sie bis vergangene Woche Fraktions- und Landesvorsitzende war.

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