In Niedersachsen haben sich die SPD und CDU auf Sondierungsgespräche über ein mögliches Regierungsbündnis geeinigt. Wie der CDU-Landesvorsitzende Bernd Althusmann nach einem ersten Treffen beider Seiten in Hannover bestätigte, sollen die Sondierungen in der kommenden Woche beginnen. Dann sollen Schnittmengen für ein Bündnis ausgelotet werden.

Bei dem Treffen ging es demnach vor allem um den "Umgang miteinander", sagte Althusmann. "Es handelt sich nicht um Koalitionsverhandlungen." Es gebe noch viele Punkte, die diskutiert werden müssten. Beiden Parteien müssten darüber in ihren Gremien reden. Im Wahlkampf hatten sich beide Parteien scharf angegriffen. Das Verhältnis zwischen SPD und CDU war belastet, nachdem die Grünen-Abgeordnete Elke Twesten zur CDU gewechselt war, was der rot-grünen Landregierung die Mehrheit kostete und Neuwahlen nötig machte.

Nach dem Gespräch zeigten sich der amtierende Ministerpräsident und Wahlsieger Stephan Weil und Althusmann einig, dass SPD und CDU künftig schonender miteinander umgehen wollen. "Wir sehen das beide vom Naturell her so, dass Wahlkampf eine Zwischenperiode im politischen Biorhythmus ist, aber nicht zum Dauerzustand werden soll", sagte Weil. Auch Althusmann gab sich versöhnlich: "Ich glaube, wir beide persönlich haben inzwischen einen entspannten Umgang miteinander gefunden."

Weil sagte, das knapp zweistündige Gespräch sei in angenehmer Atmosphäre verlaufen. "Wir sich nicht so laut geworden, wie das gelegentlich im Landtag der Fall ist", sagte der 58-jährige Regierungschef. Weil hatte zuvor – nach einem erfolglosen Treffen mit der FDP – noch einmal betont, alle Parteien seien "schlichtweg in einer Verantwortung", nach der Wahl eine regierungsfähige Mehrheit zu bilden. Die SPD wolle dies tun und gehe daher "sehr lösungsorientiert" in die Gespräche mit anderen Parteien.

Die SPD hatte die Landtagswahl am 15. Oktober mit rund 37 Prozent der Stimmen gewonnen. Die CDU hingegen musste Verluste hinnehmen und wurde mit 33,6 Prozent nur zweitstärkste Kraft. Auch die Grünen (8,7 Prozent), FDP (7,5) und AfD (6,2) konnten in den niedersächsischen Landtag einziehen.

Die amtierende Koalition aus SPD und Grünen hat dadurch eine Mehrheit im Landtag um zwei Sitze verpasst. Die FDP in Niedersachsen schließt eine eine Ampel-Koalition mit SPD und Grünen aus. Die Grünen hingegen lehnen ein Jamaika-Bündnis mit CDU und FDP ab. Damit bliebe als einziges Regierungsbündnis eine von der SPD angeführte große Koalition.

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