SPD-Fraktionschefin Andrea Nahles steht zum Parteivorsitzenden Martin Schulz. Beim Parteitag im Dezember wolle sie nicht für den SPD-Vorsitz kandidieren, sagte Nahles den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. Auch nach dem Parteitag am 9. Dezember bleibe es dabei.

Spekulationen, sie könne nach der ganzen Macht in der Partei greifen, seien "Unsinn", sagte Nahles. "SPD-Chef ist Martin Schulz, und er bleibt es auch. Es gibt eine breite Unterstützung und eine große Solidarität für ihn."

Der gescheiterte Kanzlerkandidat Schulz war im März mit hundert Prozent zum SPD-Vorsitzenden gewählt worden. Er will Anfang Dezember wieder antreten. Die Sozialdemokraten hatten bei der Bundestagswahl mit 20,5 Prozent ihr schlechtestes Nachkriegsergebnis erreicht. Danach wurde die bisherige Arbeitsministerin Nahles zur Fraktionsvorsitzenden gewählt. 

Jubel und Kritik

Schulz gilt wegen des Wahlergebnisses in der Partei als angeschlagen. Er sei der "falsche Kandidat" gewesen, hatte der ehemalige Hamburger Bürgermeister Klaus von Dohnanyi gesagt. Doch der SPD-Kanzlerkandidat hat nach wie vor auch viele Anhänger: Bei einem ersten Wahlkampfauftritt in Niedersachsen war Schulz am Mittwoch gefeiert worden.

Bis zur Landtagswahl in Niedersachsen am 15. Oktober hat sich die SPD Geschlossenheit verordnet. Doch auch danach will die Führung offenbar zu ihm stehen. Auch die stellvertretende Parteichefin Manuela Schwesig, Ministerpräsidentin in Mecklenburg-Vorpommern, schloss aus, als SPD-Vorsitzende zu kandidieren. "Nein, diese Frage stellt sich auch gar nicht", sagte Schwesig. Die Sozialdemokraten hätten mit Martin Schulz "einen sehr guten Vorsitzenden", der auf dem Parteitag wieder antreten werde. Dafür habe er ihre "volle Unterstützung". Für viele gilt Schwesig als ein Vorbild für ostdeutsche Politiker(innen) und als kommende Frau in der SPD.