Ende November traf es den Bürgermeister des sauerländischen Städtchens Altena, Andreas Hollstein, vor zwei Jahren war es die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker: Beide Kommunalpolitiker wurden mit Messern angegriffen – auch weil sie sich für Flüchtlinge eingesetzt hatten. Während Hollstein auch dank des Mutes von zwei Imbissbudenbesitzern mit einer kleineren Wunde davon kam, musste Reker notoperiert werden und lag mehrere Wochen im Krankenhaus.

Beide Fälle sind besonders erschütternd, weil sie tödlich hätten enden können. Doch Hass und Gewalt erleben auch unzählige andere Politiker. Ohne ihren Einsatz würde unser aller Leben nicht funktionieren: würde keine Straßenbahn fahren, kein Müll abgeholt, keine Schule gebaut. Gerade auf kommunaler Ebene engagieren sich viele Amts- und Mandatsträger zudem ehrenamtlich, am Wochenende oder in ihrer Freizeit.

Und trotzdem müssen sie sich dafür anfeinden lassen: Allein im vergangenen Jahr wurden bundesweit 1.840 Fälle registriert, in denen Politiker unter Beleidigungen, Sachbeschädigungen oder Körperverletzungen zu leiden hatten. Da war das angezündete Auto, der Stein, der ins private Wohnzimmerfenster flog, das beschmierte Wahlkreisbüro, der gesprengte Briefkasten. Und dann natürlich die unzähligen Pöbeleien, auf Plätzen geschrien, per E-Mail verschickt, in den sozialen Medien gepostet: Volksverräter, menschlicher Abfall, Drecksau. 

Betroffen sind Politiker aller Parteien – linker wie rechter – und aller politischen Ebenen. Doch Kommunalpolitiker sind dem Hass besonders stark ausgesetzt. Anders als Regierungsmitglieder haben sie keine Personenschützer dabei, sie begegnen ihren Bürgern ohne jeden Sicherheitsabstand und sind mit ihnen täglich in direktem Kontakt.

ZEIT ONLINE möchte von Ihnen, den politisch Aktiven in diesem Land, wissen: Welche Erlebnisse haben Sie mit Hass und Anfeindungen gemacht? Hat sich die Stimmung in den vergangenen Jahren verschlechtert oder erleben Sie vielleicht mittlerweile sogar eine Verbesserung, weil mehr über verbale und physische Attacken berichtet wird? Sind Ihre Erlebnisse ein Grund für Sie, Ihr politisches Engagement infrage zu stellen – oder geht es Ihnen eher wie dem Bürgermeister von Altena und Sie sagen sich "jetzt erst recht"? Wie kamen Sie zur Politik und was motiviert Sie, weiterzumachen?

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