Zur Lösung des Konflikts in der Ostukraine plädiert Außenminister Sigmar Gabriel weiterhin für einen Einsatz von Blauhelmsoldaten. Die UN-Soldaten sollen dafür sorgen, dass die Waffenruhe eingehalten und die schweren Waffen abgezogen würden, sagte Gabriel nach einem Treffen mit seinem US-Kollegen Rex Tillerson in Washington.

Gabriel gab an, dass er sich in der Frage des Einsatzes von Blauhelm-Truppen mit Tillerson einig sei. Auch Russland setzt sich für eine UN-Mission in der Ostukraine und hatte im September dem UN-Sicherheitsrat einen entsprechenden Resolutionsentwurf vorgelegt.

Allerdings gibt es hier Differenzen mit der ukrainischen Regierung. Russland möchte die UN-Soldaten an der Demarkationslinie einsetzen, um die rund 600 Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) zu schützen. Kiew hingegen verlangt, die Blauhelmsoldaten im gesamten Konfliktgebiet einzusetzen, auch an der russisch-ukrainischen Grenze. Die ukrainische Regierung nimmt an, dass von dort aus Kämpfer und Waffen in die Ukraine gelangten, um die prorussischen Aufständischen zu unterstützen.

Seit Frühjahr 2014 herrscht in der Ostukraine ein bewaffneter Konflikt, bei dem seither 10.000 Menschen getötet wurden. Auslöser war die Abspaltung von ostukrainischen Gebieten mit einem hohen russischen Bevölkerungsanteil. Die Ukraine und ihre westlichen Partner werfen Moskau vor, die prorussischen Rebellen zu unterstützen. Russland weist dies zurück. Im Zuge des Konflikts verhängten die EU und die USA Sanktionen gegen Russland.