Kanzleramtsminister Peter Altmaier (CDU) hat sich im Streit um das Finanzministerium gegen den potenziellen Regierungspartner FDP gestellt: "Das Kanzleramt und das Finanzministerium waren in den letzten acht Jahren in den Händen derselben Partei, und das waren acht Jahre, in denen wir eine überaus erfolgreiche Finanzpolitik gemacht haben", sagt Altmaier im Gespräch mit der ZEIT.

FDP-Chef Christian Lindner hatte zuvor erklärt, es habe sich nicht bewährt, das Finanzministerium und das Kanzleramt in den Händen einer einzigen Partei zu belassen. Altmaier widerspricht dem: Es sei der Union erstmals seit 1969 gelungen, keine neuen Schulden aufzunehmen und zugleich die Investitionen zu erhöhen. "Ich sehe also nicht, welches Prinzip hier abgeleitet werden könnte. Das einzig gültige Prinzip lautet: Über Personalfragen wird erst entschieden, wenn die Sachfragen geklärt sind."

Zugleich warnt er vor überzogenen Forderungen nach mehr Ausgaben oder niedrigeren Steuern: "Ich habe eine sehr betrübliche Nachricht: Es ist weniger Geld da, als sich alle Beteiligten wünschen."

Lindner hatte zuvor deutlich gemacht, er wolle das Bundesfinanzministerium in einer möglichen Jamaika-Koalition nicht der CDU überlassen. "Ein Grüner, ein CSU- oder ein FDP-Finanzminister – alles wäre besser, als das Kanzleramt und das Finanzministerium weiterhin in CDU-Hand zu halten, denn so wird durchregiert", sagte Lindner der Frankfurter Allgemeinen Zeitung