Der Landtagsabgeordnete Thomas Röckemann ist neuer Landessprecher der AfD in Nordrhein-Westfalen. Der Landesparteitag in Kalkar am Niederrhein wählte den 52-Jährigen zu einem der beiden Landeschefs, wie der AfD-Landesverband auf Twitter mitteilte. Co-Landessprecher neben Röckemann wurde Landtags-Fraktionsvize Helmut Seifen. Der bisherige Landessprecher Martin Renner war nicht mehr zur Wahl angetreten. Er sitzt seit der Bundestagswahl im Bundestag. Renners Co-Vorsitzender Marcus Pretzell hatte die Partei nach der Wahl verlassen. 

Röckemann ist mit dem nationalkonservativen Flügel der Partei verbunden: Im Mai 2016 trat er auf einer Veranstaltung mit dem Thüringer AfD-Nationalisten Björn Höcke auf.    

Der AfD-Landesverband in Nordrhein-Westfalen ist seit längerem in Unruhe. Pretzell war vor etwa zwei Monaten erst aus der Landtagsfraktion und im Anschluss auch aus der AfD ausgetreten. Mit ihm verließen Frank Neppe und Fraktionsvize Alexander Langguth Fraktion und Partei. Pretzell ist mit Ex-AfD-Bundessprecherin Frauke Petry verheiratet, die ebenfalls aus der Partei ausgetreten ist.

Ursprünglich hätte der Parteitag der NRW-AfD bereits Mitte Oktober abgehalten werden sollen. Der Landesverband sagte die Veranstaltung jedoch mit der Begründung ab, es gebe Hinweise, "der Schwarze Block oder aggressive Antifa-Gruppen" könnten sich unter friedliche Demonstranten mischen. Renner sagte damals, die Polizei habe "zwischen den Zeilen" angedeutet, dass sie nicht für die Sicherheit garantieren könne. Die Polizei hatte dem widersprochen. Mehrere Bündnisse hatten Demonstrationen mit bis zu 1.500 Teilnehmern angekündigt.

Auf dem Parteitag der AfD in Rheinland-Pfalz wurde der bisherige Landeschef Uwe Junge im Amt bestätigt. Der 60-Jährige erhielt bei der Wahl in Bingen am Rhein knapp 75 Prozent der Stimmen und damit deutlich weniger als noch vor zwei Jahren. Junge war nach eigenen Angaben 34 Jahre in der CDU und acht Monate in der Partei Die Freiheit, die in Bayern vom Verfassungsschutz beobachtet wurde.