Über Monate zogen sich die Spionageermittlungen gegen Imame des Dachverbands der türkischen Moscheegemeinden (Ditib) hin. Doch die Bundesanwaltschaft konnte ihnen nicht nachweisen, im Auftrag der türkischen Religionsbehörde Diyanet Anhänger der Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen ausgespäht zu haben. 

Die Verfahren gegen sieben der 19 Beschuldigten stellte die Anklagebehörde ein, weil sie sich an unbekanntem Ort im Ausland aufhielten. Bei sieben weiteren wurden die Ermittlungen eingestellt, weil kein ausreichender Tatverdacht bestehe, und bei fünf Imamen wurde von der Verfolgung "wegen Geringfügigkeit" abgesehen, teilte die Bundesanwaltschaft mit.

Ditib hatte im Januar bestätigt, dass Imame des Verbands Informationen über Anhänger des in der Türkei als Staatsfeind gesuchten Predigers Gülen nach Ankara geschickt hatten. Dem Verband, der der Kontrolle des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan untersteht,  werden rund 900 Moscheegemeinden in Deutschland zugerechnet.