Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck will Bundesvorsitzender der Grünen werden. Er werde sich beim Bundesparteitag im Januar zur Wahl stellen, sagte Habeck der taz. Sein Amt als schleswig-holsteinischer Umwelt- und Agrarminister wolle er im Falle einer Wahl nach einer Übergangszeit von "pi mal Daumen" einem Jahr aufgeben, sagte er weiter.  

Habeck gilt seit Längerem als möglicher Kandidat für den Grünen-Vorsitz. Der 48-Jährige könnte Nachfolger von Parteichef Cem Özdemir werden, der sich nicht mehr zur Wahl stellt. Özdemir selbst hatte Habeck Ende November als potenziellen Nachfolger ins Gespräch gebracht.

"Die Entscheidung ist mir extrem schwer gefallen, weil ich viele Dinge gegeneinander abwägen musste", sagte Habeck. "Jetzt ist für mich der Moment gekommen, um zu sagen: Ich möchte gerne Bundesvorsitzender meiner Partei werden." Für die Grünen sieht er Potenzial als Korrektiv in der Gesellschaft.

Kampfgeist und Idealismus

"Ich sehe die große Chance, dass die Grünen eine bindende Kraft in der linken Mitte entfalten können", sagte Habeck. In den Bundesvorstand würde er daher gerne seinen Kampfgeist und seinen Idealismus einbringen, so der Minister.

Die Grünen wählen in sieben Wochen ihre traditionelle Doppelspitze neu. Özdemirs Amtskollegin Simone Peter vom linken Flügel will sich noch einmal zur Wahl stellen. Normalerweise teilen sich eine Frau und ein Mann den Vorsitz, die beide Parteiflügel – Realos und Fundis – repräsentieren.