Die Alternative für Deutschland (AfD) hat ihren Bundestagsabgeordneten Jens Maier für den rassistischen Tweet über Noah Becker abgemahnt. Der Bundesvorstand der Partei beschloss dies einstimmig und forderte Maier auf, bei der Auswahl und Führung seiner Mitarbeiter in Zukunft mehr Sorgfalt walten zu lassen. Mit einem Parteiausschlussverfahren muss der sächsische Politiker nicht rechnen.
Becker war Anfang Januar auf Maiers Twitter-Account rassistisch beschimpft worden. "Dem kleinen Halbneger scheint einfach zu wenig Beachtung geschenkt worden zu sein, anders lässt sich sein Verhalten nicht erklären", hieß es in einem Tweet. Der Kommentar folgte auf ein Interview, in dem Becker Berlin im Vergleich zu London oder Paris als "weiße Stadt" beschrieben hatte. Er selbst sei wegen seiner Hautfarbe schon attackiert worden, hatte der Sohn von Boris und Barbara Becker gesagt.
Der Tweet wurde später gelöscht. Maier, der dem rechtsnationalen AfD-Flügel rund um den Thüringer Fraktionsvorsitzenden Björn Höcke angehört, gab an, dass der Tweet von einem Mitarbeiter abgesetzt wurde. Er selbst wolle sich bei Becker entschuldigen.
Becker hat inzwischen Strafanzeige gegen Maier erstattet. Nach Angaben von seinem Anwalt wurde Maier zur Abgabe einer Unterlassungserklärung aufgefordert, "um eine derartige rassistische Beleidigung in Zukunft auszuschließen". Die für Freitag gesetzte Frist habe dieser aber "ohne jede Reaktion" verstreichen lassen. Daher werde man "zeitnah auch die Zivilgerichte bemühen".
Häufige Beschimpfungen
Noah Becker reagierte in einem Interview gelassen. "Ich bin nicht wütend auf Jens Maier, weiß nicht einmal, wie er aussieht", sagte er dem Vice-Magazin. Trotzdem sei es frustrierend, dass Menschen in Machtpositionen heute noch immer andere so beleidigen könnten. Andere machten es ihnen dann nach. Das sei beängstigend.
Derartige Kommentare kämen öfter vor, sagte Becker. Auf die Frage, wie häufig er als "Neger" bezeichnet werde, antwortete er: "Zu häufig". Es passiere auch ständig, "dass Leute mit dem Finger auf uns zeigen und Witze über unsere Haare machen". Solche Menschen seien in gewisser Weise ignorant. "Wenn man aufwächst, wo nur Weiße sind, wenn man nur eine bestimmte Hautfarbe sieht, dann kennt man nichts anderes. Und hat Angst vor Fremden." Er selbst sei stolz auf seine Hautfarbe und genauso darauf, deutsch zu sein.
Die Alternative für Deutschland (AfD) hat ihren Bundestagsabgeordneten Jens Maier für den rassistischen Tweet über Noah Becker abgemahnt. Der Bundesvorstand der Partei beschloss dies einstimmig und forderte Maier auf, bei der Auswahl und Führung seiner Mitarbeiter in Zukunft mehr Sorgfalt walten zu lassen. Mit einem Parteiausschlussverfahren muss der sächsische Politiker nicht rechnen.
Becker war Anfang Januar auf Maiers Twitter-Account rassistisch beschimpft worden. "Dem kleinen Halbneger scheint einfach zu wenig Beachtung geschenkt worden zu sein, anders lässt sich sein Verhalten nicht erklären", hieß es in einem Tweet. Der Kommentar folgte auf ein Interview, in dem Becker Berlin im Vergleich zu London oder Paris als "weiße Stadt" beschrieben hatte. Er selbst sei wegen seiner Hautfarbe schon attackiert worden, hatte der Sohn von Boris und Barbara Becker gesagt.