Zum Schutz vor der Afrikanischen Schweinepest hat die Bundesregierung die Schonzeit für Wildschweine aufgehoben. Nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums verabschiedete das Kabinett eine entsprechende Verordnung. Demnach solle durch die nun ganzjährig erlaubte Jagd auf Wildschweine eine erhebliche Ausdünnung der Schwarzwildpopulation ermöglicht werden. Dadurch solle das Risiko einer Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest vermindert werden.

Die Verordnung legt außerdem weitere Regeln zur Reinigung und Desinfektion von Viehtransportfahrzeugen fest. Erlegte Wildschweine müssen zudem gekennzeichnet und verendete Tiere untersucht werden. Das Verfüttern von Gras, Heu und Stroh aus gefährdeten Gebieten wird verboten. Es wird befürchtet, dass insbesondere in den Grenzgebieten Wildschweine Wurst von infizierten Tieren fressen könnten und sich dabei anstecken. Fahrzeugfahrer aus Osteuropa sind deshalb aufgerufen worden, keine rohe Wurst wegzuwerfen. In Privathaushalten und an öffentlichen Plätzen sollen zudem Speisereste immer geschlossen entsorgt werden, damit sie nicht von Wildschweinen gefressen werden können.

Die Afrikanische Schweinepest, die Haus- und Wildschweine befällt, breitet sich seit einigen Jahren über Russland und die baltischen Staaten in Richtung Westeuropa aus. Die für Menschen ungefährliche Erkrankung verläuft bei Haus- und Wildschweinen fast immer tödlich. Einen Impfstoff gibt es nicht. Die Bauern befürchten Einbußen durch Ausfuhrbeschränkungen für den Fall eines Ausbruchs in Deutschland. Der Bauernverband und der Jagdverband hatten deshalb gefordert, dass mehr Wildschweine als bislang erschossen werden dürfen, um das Risiko eines Ausbruchs der Seuche zu vermindern. 

Der Landwirtschaftsminister empfiehlt Wildschwein-Gulasch

 Zwar ist diese Art der Schweinepest für den Menschen ungefährlich, er kann allerdings Überträger der Krankheit sein: Der Mensch könne den Erreger aus dem Ausland nach Deutschland bringen, warnte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt kürzlich. Die Einschleppung der Seuche sei für Deutschland eine große Gefahr und hätte neben den Auswirkungen auf die Tiere schwere wirtschaftliche Folgen für Schweinemastbetriebe, sagte der CDU-Politiker. Die neue Verordnung sei deshalb ein guter Weg, dieser Gefahr entgegenzuwirken. 

Kritiker befürchteten, dass eine Ausweitung der Wildschwein-Jagd dazu führen könnte, dass die Preise für Wildschwein einbrechen. Schmidt reagierte darauf mit einer kulinarischen Empfehlung: "Jedes deutsche Wildschwein ist (...) wunderbar genüsslich zu verwerten. Und fast möchte ich jetzt eine kleine Anregung geben, doch ab und zu auch Wildschwein-Gulasch zu essen."