Die CDU hat eine neue Generalsekretärin: Die Delegierten stimmten auf dem Parteitag mit 98,87 Prozent für Annegret Kramp-Karrenbauer. Die bisherige Ministerpräsidentin des Saarlands wurde von Kanzlerin Angela Merkel für das Amt vorgeschlagen. Kramp-Karrenbauer tritt die Nachfolge von Peter Tauber an, der das Amt niedergelegt hatte.

Kramp-Karrenbauer sprach von einer "bemerkenswerten Debatte" auf dem Bundesparteitag und sagte in ihrer Bewerbungsrede für das Amt der Generalsekretärin, "wenn ich mich nicht schon beworben hätte, dann hätte ich es spätestens heute getan". Sie habe sich diese Entscheidung dennoch nicht leicht gemacht, sagte Kramp-Karrenbauer. Der Wahlkampf 2017 im Saarland sei hart gewesen und ihr sei klar, dass die Wählerinnen und Wähler auch ihr das Vertrauen geschenkt hätten. Doch in diesen unruhigen Zeiten, in denen viele Menschen enttäuscht seien, sei es wichtig zu handeln und Antworten zu geben. Deswegen stelle sie sich gerne in den Dienst der Partei. "Ich kann, ich will und ich werde", sagte Kramp-Karrenbauer.

Sie habe sich bewusst für das Amt der Generalsekretärin entschieden, sagte Kramp-Karrenbauer. Starke Volksparteien seien heute notwendiger denn je, gleichzeitig verdanke sie der Partei ihre Karriere. Sie wolle kämpfen, um all jene, die zur AfD und anderen Parteien abgedriftet seien. Die CDU müsse die Diskussion mit den Bürgern suchen und eine politische Idee entwickeln, forderte sie vor den fast 1.000 Delegierten in Berlin. Dabei dürfe sich die Partei nicht in die eine oder andere Richtung drängen lassen. Man wolle keine Sammlungsbewegung sein, die inhaltsleer irgendjemanden hinterherlaufe, sondern eine starke Volkspartei.

Zu Beginn des Parteitags hatte CDU-Chefin Angela Merkel noch einmal für ihre Vertraute Kramp-Karrenbauer geworben. Deren Wahlsieg im Saarland sei "ein echter Knaller, ein Knaller mit Signalwirkung" gewesen, sagte Merkel. Kramp-Karrenbauer habe sich vom Hype um den damaligen SPD-Kanzlerkandidaten und Parteichef Martin Schulz nicht beirren lassen und gekämpft "gegen die rot-rot-grünen Blütenträume".

Merkel hatte Kramp-Karrenbauer vor einigen Tagen als Nachfolgerin von Tauber vorgeschlagen. Tauber wurde auf dem Parteitag mit langem Applaus von den etwa 1.000 Delegierten bedacht. Er tritt das Amt aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr an. Am Sonntag hatte Merkel auch bekannt gegeben, welche CDU-Politiker sie gerne in einem neuen Kabinett hätte. Ihre Entscheidung war von der Partei wohlwollend aufgenommen worden.